Weitere Beobachtungen über Sensibilität in Organ und Gewebe und über lokale Anästhesie / von K.G. Lennander.
- Lennander, Karl Gustav, 1857-1908.
- Date:
- [1903?]
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Credit: Weitere Beobachtungen über Sensibilität in Organ und Gewebe und über lokale Anästhesie / von K.G. Lennander. Source: Wellcome Collection.
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![beschreibe, die oft von uns ausgefübrt sind. Ich wälde dazu die Eadikaloperation des Inguinalbruebs nach Bassini und das Abtragen des kranken A))pendix in freiem Intervall. Operation des Leistenbruclis nach Bassinl. Vor und lateral vom Leistenkanal werden nahe der Aponeurose des M. obliqu. extern, in das Unterliautzellgewebe 4—5 Pravazspritzen einer 0,25proz. Cocainlösung mit 5—7 Proz. einer Adrenalinlösung 1 : lOOü injiziert. Der Einstich er- folgt in einer Linie, die dem Faserverlauf in der genannten Aponeurose folg-t, und die Nadel wird jedesmal nach außen und oben längs der Apo- neurose geführt. Hat man 4—5 Minuten nach der letzten Einspritzung ge- wartet, dann läßt man durch Anestil die Haut in einer Ausdehnung ge- frieren, die für den Hautschnitt nötig ist. Danach kann man schmerzfrei die Haut und das Unterhautzellgewebe durclitrennen, sowie die Aponeurose vor den lateralen drei Vierteln des Inguinalkanals und lateral davon freilegen. Mit der Messerspitze ])rüft man, ob die Aponeurose gefühllos ist. Ist dem so, wird sie in der Länge des Hautschnittes längs des Faserverlaufes ge- spalten. Ist sie nicht gefühllos, so spritzt man hinter sie 2 ccm einer 0,25 proz. Cocainlösung in der Richtung nach außen und aufwärts. Nach Abwarten einiger Minuten wird die Aponeurose gespalten und vorsichtig nach oben und unten von den tiefen Bauchmuskeln losgelöst. Man sieht dann gewöhnlich einen oder zwei, seltener drei Nerven, von denen der größte ganz nahe dem Ligam. Poupartii zu liegen pflegt. In diesen oder diese Nerven injiziere man '/2 oder 1 ccm einer 0,50 proz. Cocainlösung. Zweige von ihnen treten durch den subkutanen Leistenring und breiten sich vor und medial von ihm in der Haut aus. Nach der in den oder die ge- nannten Nerven erfolgten Cocaininjektion kann man den Inguinalkanal in seiner ganzen Ausdehnung schmerzfrei öffnen und ebenso die Haut und das ünterhautzellgewebe bis zur Peniswurzel, falls nötig, spalten (regionäre Anästhesie). Gewöhnlich sind nun sowohl der Bruchsack, wie der Samen- strang gefühllos. Sollte das nicht der Fall sein, so schaue man sich nach einem weiteren Nervenast um, der für eine wirksame Injektion geeignet wäre. Falls der Patient bei der Loslösung des Bruchsackes irgend welche Schmerzen äußern sollte, so lege man den peritonealen Leistenring frei, mache dort an der lateralen Seite des Ringes einige Einspritzungen mit einer 0,25 proz. Cocainlösung in die Subserosa parietalis, warte eine Weile, trage den Bruchsackhals ab und nähe das Peritoneum parietale zusammen, unge- fähr wie beim gewöhnlichen Bauchschnitt. Nachher kann man sicher die Radikaloperation nach Bassini schmerzfrei fortsetzen. Abtragung des kranken Proc. vermiformis. Für Cocain- operationsveHahren eignen sich akute Entzündungen des Appendix, die man z. B. gleich beim Auftreten eines Rezidivs operiert, bevor eine nennenswerte Peritonitis zustande gekommen ist, sowie anch chronische Entzündungen mit wenigen oder keinen Verklebungen. Von diesen sind besonders die mit der hinteren Bauchwand lästig. Je genauer man vor der Operation die Lage des Wurmfortsatzes bestimmen, je klarer man sich die Veränderungen um den Proc. vermif., sowie seine und des Coecums Verschieblichkeit diagnostizieren kann, desto besser ist es. Stets benötigt man einen größeren Bauchschnitt, als bei der allgemeinen Narkose, selbst wenn es gelingt, den Schnitt gerade über](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22394746_0009.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)