Lehrbuch der Auscultation und Percussion : mit besonderer Berücksichtigung der Inspection, Betastung und Messung der Brust und des Unterleibes zu diagnostischen Zwecken / von C. Gerhardt.
- Gerhardt, Carl Adolf Christian Jacob, 1833-1902.
- Date:
- 1876
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Credit: Lehrbuch der Auscultation und Percussion : mit besonderer Berücksichtigung der Inspection, Betastung und Messung der Brust und des Unterleibes zu diagnostischen Zwecken / von C. Gerhardt. Source: Wellcome Collection.
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![XXni. Ausdeliiiuug der Harnblase. Die völlig entleerte Harnblase bat keinerlei Einfluss auf den Percussionsschall des Unterleibes. Ein wie grosser Harngebalt derselben bereits binreicbt, um eine merkliche Dämpfung des Schalles oberhalb der Symphyse zu veranlassen, hängt mit von der Wölbung der Bauchdecken und der Dicke derselben ab. Bei sehr eingesunkenen Bauchdecken wird schon die mässig gefüllte Harnblase oberhalb der Symphyse als bimförmiger Tumor sicht- bar , der bei der Seitenlage seiner Schwere folgend, sich etwas nach rechts und links senkt. Weit leichter wird die Anfüllung der Harnblase durch die von mehreren Seiten her radiär nach der Symphyse gerichtete Percussion erkannt, welche bei mässiger Fül- lung der Blase eine Dämpfung von der Grösse und Form etwa der vorderen Hälfte der Hand, bei sehr starker Ausdehnung eine Höhe der Dämpfung bis über den Nabel und eine Form derselben, ähnlich der einer Melone nachweist. Drückt man auf die Gegend dieses dumpfen Schalles, so entsteht Bedürfniss zum Entleeren des Harnes, nach dessen Vornahme die Dämpfung kleiner wird. Führt man den Katheter ein, so kann er innerhalb der Harnblasenge- schwulst von den Bauchdecken aus gefühlt werden. Die Geschwulst der Harnblase kann bei straffer Spannung ihrer Wand gefühlt werden als gespannte Blase, ferner wird sie und zwar dauernd gefühlt bei gutartiger Hypertrophie, oder carcinomatöser Infiltra- tion ihrer Wand, welche so bedeutend ist, dass das Organ in einen soliden, starren Behälter umgewandelt wird. Das Eiuführen des Katheters kann zweierlei Auscultations- erscheinungen zur Folge haben: das klirrende Geräusch, das beim Zusammenstosse des Metalles mit Harnblaseusteiueu entsteht und zweitens ein glucksendes Geräusch des Lufteintrittes dann, wenn bei umfänglich mit den benachbarten Peritonäalflächen verwach- senem Harnblasenscheitel, das Organ durch Druck entleert worden war mit dem Nachlasse diesses Druckes. XXIV. Niereugeschwülste können entstehen l) durch Massenzunahme der Drüsensubstanz oder Einlagerung in dieselbe, oder 2) durch Flüs.sigkeitsansammlung im Nierenbecken. Auch die Vereiterung des Bindegewebslagers der Niere (Parauephritis) wird dazu gerechnet, ln die erste Grup])e Gerliardt, Auscultutluii. 3. Aufl. 22](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24906360_0351.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)