Beitrag zur Symptomatologie und Diagnose des Prostatakarzinoms : mit besonderer Berücksichtigung der Frühdiagnose ... / vorgelegt von J.F. Salinger.
- Salinger, J. F. (Julius Felix), 1884-
- Date:
- 1909
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Credit: Beitrag zur Symptomatologie und Diagnose des Prostatakarzinoms : mit besonderer Berücksichtigung der Frühdiagnose ... / vorgelegt von J.F. Salinger. Source: Wellcome Collection.
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![einer Zeit, die ebenfalls keineswegs lang genug ist, um eine definitive Heilung zu gewährleisten. Von 11 Patienten Brongersmas1) haben nur fünf noch nach der Ope¬ ration gelebt, von denen wiederum drei in den nächsten Monaten an Metastasen zugrunde gingen und nur zwei noch ein halbes Jahr nach der Operation lebten. In einer Reihe von Fällen nun wird man wohl nie zu einer Frühdiagnose kommen, in den Fällen nämlich, die sich durch einen besonders rapiden Verlauf auszeichnen, sei es nun, daß das Karzinom von vornherein die ausgesprochene Tendenz zeigt, in das Beckenbindegewebe hineinzuwuchern [Carcinose prostato- pelvienne, Guyon2)], sei es, daß es lange Zeit gleichsam latent bleibt3), ohne irgendein Symptom zu verursachen und im Moment seiner Manifestation bereits die Grenzen der Prostata überschritten hat. In einer anderen Kategorie von Fällen ist aber der Verlauf doch scheinbar ein so langsamer, daß eine Frühdiagnose im Bereiche der Möglichkeit liegen sollte. Die vorliegende Arbeit umfaßt die Kranken mit Prostatakarzinom, die in den letzten zehn Jahren in A. Freudenbergs Beobachtung getreten sind, mit Einschluß einiger Fälle, die schon an anderer Stelle veröffentlicht wurden. Unter letzteren wiederum befinden sich solche, deren Veröffentlichung zuerst unter der Diagnose einer gewöhnlichen Altershypertrophie erfolgte, und die erst später durch den weiteren Verlauf als Karzinom erkannt werden konnten. Bei allen 21 Fällen wurde die Diagnose entweder früher oder später patho¬ logisch-anatomisch gestellt, oder der Verlauf war so typisch, daß eine Verken¬ nung des Leidens nicht möglich war; sie können also als absolut sicher gelten. In einem Anhang sollen noch einige Beispiele aus der Zahl der Fälle folgen, bei denen sich ein absolut sicherer direkter Beweis für die Diagnose Krebs nicht erbringen ließ, die aber nach den bei der Beobachtung der sicheren Fälle ge¬ machten Erfahrungen als Karzinom diagnostiziert werden mußten. Bei der Besprechung und Bewertung der Symptome sind selbstverständlich nur die erstgenannten 21 Fälle berücksichtigt worden. Es sollen nun zunächst die Krankengeschichten folgen, darauf in einem zweiten Teil die Besprechung der Symptome, wie sie sich aus den 21 veröffent¬ lichten Fällen ergeben haben. Um Wiederholungen möglichst zu vermeiden, sind die im ersten Teil ge¬ gebenen epikritischen Bemerkungen zu den Krankengeschichten nur kurz gehalten und nur die wichtigsten Punkte hervorgehoben. ü Brongersma, Quelques observations sur la prostatectomie transvesicale (Extrait du Bull, de l’Assoc. franQ. d’Urol.). Evreux 1908. Bef. v. Kielleutliner (München), Münchner med. Wochenschr. 1909, Nr. 6. -) Guyon, Carcinose prostato-pelvienne diffuse. Le Bull. med. 1887, vol. I. 3) Motz et Majewski, loc. cit. 1*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30613917_0005.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)