Volume 7
Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse, wie auch Solcher, welche mit ihnen Verwechselt werden Können / von Friedlich Gottlob Hayne.
- Hayne, Friedrich Gottlob, 1786-1832.
- Date:
- 1805-1856
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Credit: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse, wie auch Solcher, welche mit ihnen Verwechselt werden Können / von Friedlich Gottlob Hayne. Source: Wellcome Collection.
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![BUPLEURUM ROTUNDIFOLIUM. PENTANDRIA DIGYNIA. BUPLEURUM.*) Die besondere Hülle meist 5-bIättrig, grofs. Die Kronenbliitter eingerollt. Die Frucht rundlich-eyrund, zusammengedrückt, gestreift. Bupleurum rotundifolinm mit durchwachsenen Blättern und fehlender allgemeiner Hülle. (B. foliis perfoliatis, involucro universali nullo.) Bupleurum (rotundifolinm) involucris universalibus nullis, foliis perfoliatis. Linn. Spec. plant, ed. VFilld. T. I. p. 1369. Roth. Flor. germ. T. I. p. 125. F. II. P. I. p. 329. Hojfm. Deutschi. Flor. ed. 2. P- I S. I. p. 127- Umbell. Fol. I. p. 114. J] /. H. f. o. Spreng. Plant. Utnb. Prodr. p. 3 g. Bupleurum perfoliaium Mönch. Meth. p. 88. Perfoliata vulgatissima arvensis. C. Rauh. pin. p. 277. Gemeines PI a s e n ö h rl e in, Hasenöhrchen, Durchwachs, Durchwachskraut, Schofskrau», Wundkraut, Bruchkraut. Wächst in mehreren Gegenden Deutschlands, vorzüglich des südlichen, so wie überhaupt in den südlichen Ländern Europens, auf Ackern und Gartenland, in Weinbergen und andern bergigen Gegenden. Blühet im Junius und Julius. 0. Die Wurzel einjährig, senkrecht, stark verlängert-spindelförmig, ungefähr von der Dicke einer Babenfeder bis zu der einer Gänsefeder, einen halben Puls und darüber lang, mit dünnen vielbeugigen, meist wagerechten, wurzelfasrigen Aisten begabt. Der Siengei aufrecht, stielrund, sehr leicht gestreifr, kahl, markig- röhricht, unten einfach, nicht sehen ins Purpurrotbe fallend, oben gezweytheilt-ästig, anderthalb bis zwey Fufs hoch. Die Blätter ganzrandig, kahl: die wurzelständigen gesiielt, länglich; die stengelständigen wechse'sweissfehend, sitzend, die untern umfassend, länglich, die obern durchwachsen, eilip- tisch, stachelspitzig, etwas vertieft, nervig, oder fast nervig-geädert, mit einem schimmel- grünen Reife leicht bedeckt; die astachselstiindigen den obern stengelständigen ähnlich aber rundlich-eyrund-elliptisch. Die Blumen in gipfelständigen, zusammengesetzten Dolden. Die aVgemeine Dolde fünf- bis siebenstrahlig, flach: die besondre sieben- bis zwölf- blumig, flach: die Blumen gleichförmig, alle fruchtbar. Die allgemeine Hülle fehlend: die besondere fünfblättrig, mit rundlich-eyrunden, euge- spitzten, zeisiggrünen, an der Basis verwachsenen Blättchen, die länger sind als die besondere Dolde. Der Kelch. Eine undeutliche Blüthendecke. Die Blumenkrone fünfblättrig, gleichförmig: die Krotienblätter gleich, länglich, zugespitzt, eingerollt, blafsgelb. Das Iloniggefäfs. Ein drüsiger, kreisrunder, schwach gewölbter, zweytheiliger, den Fruchtknoten bedeckender GrijfelfuJ's. 0 Wenn gleich neuerlich die Doldengewächse von zwey Botanikern bearbeitet wordesi sind, so liefere ich den- noch die hier vorkommenden Arten nach den Linne^schen Gattungen, deren Charaktere ich denn auch mög- lichst unverändert heybehalten mufste. Gern würde ich dem einen oder dem andern dieser neuen Bearbeiter gefolgt seyn; aber es läfst sich erwarten, dafs selbst die so fleifsige, auf genaue Beobachtung sich gründende und mit so vieler Umsicht ausgeführte Arbeit eines Hoffmann’t noch nicht unverändert bleibt. Alles, was ich nun unter solchen Umständen thun konnte, war, dafs ich bey der Daistellung der Gegenstände diesen scharfsichtigen Forscher mir als Führer wählte, und bey der Beschreibung der von ihm gebrauchten Kunstaus- drücke mich bediente, die ich a'er erst ins Deutsche übertragen, und einige derselben zu den schon vorhan- denen und gleichbedeutenden zuriiekfübren mufste. Ich will sie hier in aller Kürze beyfügen, und zugleich auch die Fiuchrhülle dieser Gewächse bestimmter bezeichnen. Die bei der Blurne und Frucht vorkommenden Kunsrausdrücke sind folgende: i) Die Vorspitze, Acu- nien, die Spii/.e der Ki onenblätter, die gewöhnlich eingtbogen ist (Lacinula Iloffm.). 2) Der Griffel fufs, StjLoj)odium, eiue auf dem Fruchtknoten liegende Drüse, welche die Griffel trägt, und zu den Honiggefäfse«](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24923497_0004_0009.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)