Die statik und mechanik der quadrupeden an dem skelet und den muskeln eines lemur und eines choloepus / erläutert von dr. Johann Christian Gustav Lucae.
- Lucae, Johann Christian Gustav, 1814-1885.
- Date:
- 1883
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Credit: Die statik und mechanik der quadrupeden an dem skelet und den muskeln eines lemur und eines choloepus / erläutert von dr. Johann Christian Gustav Lucae. Source: Wellcome Collection.
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![Extensor cariii radialis gespannt und die ^^letacarpen in gleiche Riclituiig mit dem Radius gebracht. Seilen wir hier die Gruppen für den Nervus perforans und ganz besonders den N. radialis in Tiiätigkeit, so werden doch auch die Gruppen des Ulnaris und Medianus iu An- spruch genommen, denn auch diese werden durch die excentrische Stellung der Axen der Humerus- condylen, sowie durch den gestreckten Carpus und die gebogenen Phalangen in Mithülfe gezogen. So ist denn auch die Vorderextrenntät von unten bis oben gestreckt und wandert auf den Metatarsusköpfen in einer Iiaddreluing nach vorn. Pectoralis und Latissinuis am Fiumpf ausgebreitet, ziehen den i;um]if nach, und nun überträgt sich die Last auf die andere Seite, während das aufgerichtete Schulterblatt des nun nach vorn schwingenden Beines durch den hinteren Thcil des Cucullaris nach hinten folgt. Schwingt nun aber das Bein gleich einem Pendel, so gilt auch das Gesetz des Pendels: Je länger der Pendel, um so langsamer ist die Schwingung und umgekehrt. Da nun aber unsere Extremitäten gebrochene Pendel sind, bei welchen das Stück vom Huraeruskopf zum Carpus, oder vom Acetabulum zum Talus der kürzeste Pendel, dann aber vom Humerus etc. zum Carpus, vom Acetabulum zum Metacarpus, und so weiter bis zur dritten Phalanx immer länger werden, so werden beim Schwingen die dritten Phalangen, dann die zweiten, die erste und zuletzt der Carpus nach und nach zurückbleiben, dann aber, wenn die Schwingung des Beins beendet ist, jetzt als die kürzesten vorschnellen und so die Extremität mit der hintern Fuss- fläche auf dem Boden ankommen. Während dieser Zeit hatte das andere Vorderbein die Last übernommen und trug die- selbe allein, der Kunipl', der im aufrechten Stehen in den beiden Serratis wie in einer Hänge- matte liegt, hängt beim Gehen abwechselnd an der einen oder der andern Schulter, getragen durch den Serratus und Pectoralis. Die Folge davon ist, dass der Thorax einmal auf der einen, dann wieder auf der andern Seite gehoben wird, und so in frontalen Schwingungen weiter gelangt, während iu den Lenden der Rumpf sagittal voranschreitet. Diese Bewegungen des Thorax sind durch das frontale Niederliegen der Geleidcfortsätze der Rückenwirbel bedingt, und können sich nicht weiter nach hinten als bis zu dcu vordem Gelenkfortsätzen der Vertebra media erstrecken. Ich habe vorher erwähnt, dass bei der Hinlerextremität die Beckenseitc des schwingenden Beines sich in die Höhe hebt. J)a nun aber in der Bewegung die stützenden und schwebenden Beine kreuzweise zwischen hinten und vorn alterniren, so findet auch alternircnd ein frontales Schwanken zwischen dem Thorax und Becken statt. Tritt das rechte Schulterblatt über den Rumpf hervor, so werden wir auch die linke Beckenseife erhöhet finden.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21214359_0024.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)