Die statik und mechanik der quadrupeden an dem skelet und den muskeln eines lemur und eines choloepus / erläutert von dr. Johann Christian Gustav Lucae.
- Lucae, Johann Christian Gustav, 1814-1885.
- Date:
- 1883
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Credit: Die statik und mechanik der quadrupeden an dem skelet und den muskeln eines lemur und eines choloepus / erläutert von dr. Johann Christian Gustav Lucae. Source: Wellcome Collection.
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![Während nun aber das Becken durch eine fost geschlossene Pfanne auf der Hinterextre- mität ruht, wird der Yorderrumpf an dem Schulterblatt nur durch Muskeln getragen. Das Schulterblatt, sagittal an dem schmalen Rumpf aufgerichtet, hat seine längste Ausdehnung (in der Patlie) von oben nach unten und etwas scluäg nach vorn. In der Bewegung steht es aber senkrecht. Es zeigt vorn an der grösseren Fossa supraspinata einen mehr oder weniger ab- gerundeten Rand, der an der Stelle, wo die Crista ausläuft, am dicksten ist. Im weiteren Ver- lauf geht er in den hinteren Schulterblattwinkel und ist mehr gerade. Von hier aus steigt der Schulterrand stark verdickt herab zu der Pfanne. Ebenso läuft die nach der Fossa infraspinata geneigte Crista, dem flaclien Schulterblatt Stärke gebend, senkrecht herab gegen die verdickte Pfanne. Die Pfanne selbst ist halbmondförmig geschwungen und läuft in eine Schuiepe aus, welche beim aufrechten Stehen des Thieres in die Vertiefung zwischen Humeruskopf und Tuberculum niajus hineintritt. Ein Schlüsselbein findet sich bei den Felinen in dem Fleisch des Cucullaris etc. verborgen, und ist nur durch sehnenartige Verbindung an das Sternum und die Schulter befestigt, während es bei den Lemuien vollkommen entwickelt ist. Die im Schulteigelenk gefundenen sagittalen E.\cursiouen betragen bei Felis 8.5, bei Lcmur 100'*. — Das Ellenbogengelenk verbindet (bei den Katzen mehr zur Ciiarnierbcwegung als zur Rotation geeignet) die sich kreuzenden Vorderarmknochen mit dem langen Humerus. Der Radius läuft von oben und aussen nach vorn und innen, umgekehrt die Uluu. Die Supination ist bei dem Raubthiere unvollkommen, bei dem Lemur weit ergiebiger. Auch ist zu bemerken, dass wie beim Kniegelenk des Menschen die Queraxe e.xcentrisch liegt, daher auch hier eine Giiiglymo-Arthrodie (Meyer) vorhanden ist. Auch in der Verbindung des Carpus ist vorherrschend Charnierbewegung und zwar sehr ausgiebig in der Flexion, kaum in der Extension. Die Metacarpalen jedoch stehen fest. So wie aber das Ellenbogengelenk im Olecranon seinen kürzeren Arm hat. so stellt am Carpus das Pisiforme eine ähnliche Bildung dar, indem es mit der hinter dem Radius liegenden ülna sich verbindet. Gehen wir nun zur II i n t er ext rem i t ät, so ist auch hier in dem Hüftgelenk mehr noch als bei der Schulter die Charnierbewegung die vorherrschende. Troclianter um jor und minor sind stärkere Hebel als das Tuberculum majus. Auch das Kniegelenk, noch mein- abei' das Sprung- gelenk sind scharf ausge])rägte Charniergelenke. Letzteres verbindet in starkem Winkel den Fuss mit dem Unterschenkel und hat gleich der Ilaud eine grössere pl.iiilare als dor- sale Beugung. Rücksichtlicli der Excursionen der Gelenke sei erwähnt, dass das El Icn bogen-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21214359_0014.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)