Erwiderung auf die "kritischen Bemerkungen" des Herrn Dr : Kotelmann (dieses Archiv Bd. 84 Heft 1) zu dem Aufstaz "Ueber die Lehre vom Kaiserschnitt im Thalmud" (dieses Archiv Bd. 80 Heft 3) / Von Dr. M. Rawitzki.
- Rawitzki, Michael, 1841-
- Date:
- [1881]
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Credit: Erwiderung auf die "kritischen Bemerkungen" des Herrn Dr : Kotelmann (dieses Archiv Bd. 84 Heft 1) zu dem Aufstaz "Ueber die Lehre vom Kaiserschnitt im Thalmud" (dieses Archiv Bd. 80 Heft 3) / Von Dr. M. Rawitzki. Source: Wellcome Collection.
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![während bier die Wöchnerin durch den in der Vorgeburtsperiode 3 Tage lang dauernden Blulfluss eine Sabah geworden und sie so- mit den Vorschriften einer solchen unterworfen ist. Es ist also hiermit ausgesprochen, dass, so lange der Blutfluss im Wochenbett andauert, die Frau unrein ist, und nach Aufhören desselben sie noch die sieben Reinigungstage C]p} r\V2& zu zählen hat. In der Rescha ist also über die Dignität des prae partum Oiessenden Blutes gesprochen. Nun wird in der Sepha der Boraitha über die Dignität des post partum kommenden Blutes, also über das Lochialblut disputirt; es ist nehmlich eine einfache Consequenz aus der ersten Abtheilung, dass nach den Rabbanan das im Wochenbett fliessende Blut, so lange es immer andauert, selbst weit über 7 resp. 14 Tage hinaus, unrein ist, weil ja die Frau als grosse Sabah behandelt wird, deshalb heisst es: „und das Blut welches von dort kommt (d. h. im Puerperium) ist unrein. Rabbi Simon dagegen erklärt auch dies Blut für rein, d. h. für init2 Ol (Reinigungsblut); selbst- verständlich kann damit nur dasjenige Blut gemeint sein, welches nach 7 resp. 14 Tagen nach der Geburt fliesst, weil sie ja gleich einer Normalgebärenden die ersten 7 resp. 14 Tage nach der Niederkunft als Niddah betrachtet werden muss. Nun stellt die Gemara die Frage auf, wozu die Boraitha gar eine zweite Abtheilung enthält, da deren Inhalt ja eine einfache Consequenz aus der ersten Abtheilung ist? Hierauf antwortet Rabina, es müsse angenommen werden, dass das Kind Joze Dophan ist und das Blut (natürlich Lochialblut) aus den Genitalien komme, demnach ist die zweite Ab- teilung nicht überflüssig, weil man aus der ersten Abtheilung nur den Schluss hätte ziehen können, dass Rabbi Simon das Lochial- blut nur dann für rein initS Ol erklärt, wenn es auch durch die Wand d. h. durch diejenige Stelle kommt, durch welche das Kind kam, sowie ja bei einer Normalgeburt das für rein erklärte Lochial- blut denselben Weg passirt, durch welchen das Kind herauskam d. h. die Genitalien. Rabbi Joseph ist nun aber der Ansicht, dass gleichwie der Joze Dophan nach Rabbi Simon als Normalgeburt be- trachtet wird, um das vor der Geburt natürlicherweise aus den Genitalien stammende Blut als rein zu betrachten, dies ebenso der Fall sein müsse mit dem aus den Genitalien fliessenden Blute nach der Geburt, deshalb fragt er dem Rabina gegenüber, das sei ja aus der ersten Abtbeilung zu erschliessen Ntt*1! W.fl, und](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21007019_0018.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)