Erwiderung auf die "kritischen Bemerkungen" des Herrn Dr : Kotelmann (dieses Archiv Bd. 84 Heft 1) zu dem Aufstaz "Ueber die Lehre vom Kaiserschnitt im Thalmud" (dieses Archiv Bd. 80 Heft 3) / Von Dr. M. Rawitzki.
- Rawitzki, Michael, 1841-
- Date:
- [1881]
Licence: Public Domain Mark
Credit: Erwiderung auf die "kritischen Bemerkungen" des Herrn Dr : Kotelmann (dieses Archiv Bd. 84 Heft 1) zu dem Aufstaz "Ueber die Lehre vom Kaiserschnitt im Thalmud" (dieses Archiv Bd. 80 Heft 3) / Von Dr. M. Rawitzki. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Harvey Cushing/John Hay Whitney Medical Library at Yale University, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Harvey Cushing/John Hay Whitney Medical Library at Yale University.
12/34 (page 246)
![Geuesis 17, 6, Oiob 1, 21, Arnos 4, 3 und vielen anderen Stellen erhellt, unzweifelhaft herausgehen, herausgehen ist aber bekanntlich ein Verbutn intransilivuro. Mit Recht bat daher der bekannte Orientalist Dr. Steinschneider bereits gegen Herrn Rawitzki an- geführt, dass man auch ein vermittelst des Kaiserschnittes heraus- geholtes Kind recht wohl intransitiv ein herauskommendes nennen könne. Wenn nun aber Dr. Steinschneider sich bescheiden ausdrückte, indem er sagte, auf den Ausdruck NSi1 würde er kein Gewicht legen, da ein herausgeholtes Kind auch in der I. Form intransitiv als „herauskommendes bezeichnet werden kann, zeiht mich Herr Kotelmann bezüglich der Auffassung dieses Wortes eines directen Irrthums. Ich will indess nicht Herrn Kotelmann mit gleicher Münze dienen und sagen, dass der Irrthum nicht auf meiner, sondern auf seiner Seite zu finden ist, nur werde ich be- weisen, dass ich mich hierbei nicht geirrt habe. Denn wenn auch das hebräische Kai sowohl transitive, als auch intransitive Bedeutung haben kann, so sagt ja Herr Kotelmann selbst, dass es vom be- treffenden Verbum abhängt, welche von beiden Bedeutungen ihm beizumessen ist. Dass nun aber das hebräische Wort N5P das un- zweifelhaft herausgehen bedeutet, immer ein Verbum intransitivum sei, weil letzteres auch das deutsche Wort „herausgehen ist, be- streite ich ganz und gar. Denn Herr Kotelmann selbst wird doch ganz gewiss zugeben, dass wenn ein Verbum ein Object nach sich hat, dasselbe von transitiver Bedeutung ist. Das Wort N^ hat aber an einigen Stellen in der Bibel ein solches Object nach sich (so 1. Buch Mos. 44, 4 T>l?n nN INS} CH sie waren aus der Stadt ge- gangen, ebenso IL Buch Mos. TJJn nx TIN20 wenn ich aus der Stadt gegangen sein werde'_) und da in dem Ausdruck |DiT NSI'P selbst das Wort ]SH keine andere Form sein kann, als der Accu- sativ, so ist es mir unbegreiflich, wie man darin das Wort NSi1 für ein Verbum intransitivum erklären kann. Da also nach dieser Auseinandersetzung nichts Anderes übrig bleibt, als das Wort Nitl1 für ein Activum zu erklären, so bleibe ich bei der in meinem Auf- ') Diesem gaoz analog »erhält es sich mit den lateinischen Wörtern egredi und eilre, sie haben beide sowohl intransitive, als auch transitive Bedeutung und gerade, wie in der hier citirten hebräischen Redewendung, sagt Livius egredi urbem. (Vergl. übrigens hierzu Gesenius bebr. Grammatik, herausgegeb. TOD Rüdiger. 18. AuQ. §138.)](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21007019_0012.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)