Ärztliches aus griechischen Papyrus-Urkunden; Bausteine zu einer medizinischen Kulturgeschichte des Hellenismus / Karl Sudhoff.
- Sudhoff, Karl, 1853-1938.
- Date:
- 1909
Licence: In copyright
Credit: Ärztliches aus griechischen Papyrus-Urkunden; Bausteine zu einer medizinischen Kulturgeschichte des Hellenismus / Karl Sudhoff. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by Royal College of Physicians, London. The original may be consulted at Royal College of Physicians, London.
294/332 (page 274)
![Man darf nämlich nicht etwa denken, daß Öl und Wein für die äußere Behandlung der Pferde bestimmt gewesen wären, zur Weinbehandlung oder zu Einreibungen. Es ist das „Extradouceur“ für die Mehrarbeit mit den kranken Tieren. Auch die iiaQÜxavaiq ist nicht etwa Brennöl für Moxen oder andere äußerliche Kauterisation, es ist Lampenöl, vielleicht weil man nachts Licht haben mußte bei den kranken Tieren, wahrscheinlicher aber auch nur an Zah- lungsstatt. Die naodxuvaiq kommt auch ohne P>wähnung kranker Pferde direkt nachher vor, wörtlich gleichlautend wie oben. Freilich nannte man auch das therapeutische „Brennen“’ wohl ebenso. (Auch die Pferdefutterfrage läßt sich aus dieser Rechnungsaufstellung des Stallaufsehers oder Oberkutschers be- leuchten; 8 Bündel Futter, /öqtov Skajxaq, werden pro Tag und Pferd in An- satz gebracht. Die Ration für das Stallpersonal ist genau nach Rang und Würde abgestuft. Die Kutscher (Jjvioxoi) erhalten ihr bestimmtes' Quantum feinen Weizenbrotes, Olivenöl (oder Sesamöl) und Wein, die Pferdeknechte {in%ox6p-Oi) geringeres Brot, die halbe Portion Olivenöl und gar keinen Wein.) Andere Verhältnisse finden wir, wo es sich um fremdes Personal handelt, nicht um das eigene Stallpersonal. So ist uns im Gegensatz zu dieser Ab- rechnung aus der Zeit des 3. Ptolemaios eine Quittung an einen Bankier aus der Mitte des 6. Jahrhunderts nach Christo erhalten (sie befindet sich im Kairener Museum und ist in den Oxyrhynchos Papyri Bd. I, S. 230, Nr. 145 veröffent- licht), in der es heißt; 'L86&(y]) oi(d) xou Xa[jLTrp(oTdiöu) WvaaTaatou xpa7i£C(fTou) utrsp XL[Ji('^;) jjt'aXdY[jL(axo;) dYopa;i}(£vxc(;) elq )^p£t(av) xtov LTr-K((uv) xou orjjj,oai(ou) -/fpxou |j.£p(ouc) Ilpaafviov stli xr^q Trsvxsxaiosxdx'^; ivo(ix- xfovo;) axpax'/jYi(ou) a vopuapdxwv iv Tiapd xcpdxiot xsaaspa xai uixep dvctX(top,ax(i)v) vopuapaxfou xptxov -xapd xspdxtov sv r^piiau, — — — Der Betrag wird ausbezahlt als Kosten für erweichende Umschläge, die bei den Pferden der Partei der „Grünen“ im öffentlichen Zirkus nötig ge- worden waren. Auf der Rückseite der Quittung steht dann nochmals der „Betreff“; -[- 7ux[xdxiov] xL[ji['^;] jj.aXdY[ji(axo;) d(Yopaafi£vxo;) xat dvaX(u)p.dx(ov) vo(puap.axiou) ay’ Trapd £ ('^ptiau). Der ganze Betrag waren ^3 Solidus weniger i ^2 Karat. Doch waren solche Einzelzählungen auch bei den Tierärzten die Aus- nahme, wenigstens scheint es, als ob auch die Roßärzte öffentlich angestellt gewesen seien und eine Tierarztsteuer von den Pferdebesitzern erhoben worden ist. Diese Tierarztsteuer (neben der bekannten oben besprochenen Arzt- steuer) scheint mit großer Bestimmtheit in einem amtlichen Briefe aus dem](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28039634_0294.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)