Vorlesungen über den Bau der nervösen Centralorgane des Menschen und der Thiere : für Ärzte und Studierende / von Ludwig Edinger.
- Date:
- 1900
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Credit: Vorlesungen über den Bau der nervösen Centralorgane des Menschen und der Thiere : für Ärzte und Studierende / von Ludwig Edinger. Source: Wellcome Collection.
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![grenzuiig des Stcabkranzes und des Hirnsclieukelsystems bezeichnen, deren Beziehungen zu der sie durchquerenden Balkenfaserung er zuerst erkannte; •die Schleife und ihr Ursprung aus den Vierhügeln, der Linsenkern, die Insel und vieles Andere haben erst seit seinen Untersuchungen Aufnahme in die Anatomie gefunden. So recht wie ein Markstein steht am Ausgangspunkt dieser älteren Periode Burdach's Buch „Vom Bau und Leben des Gehirnes, das, 1819 erschienen, alles bis dahin Geleistete treu zusammenfasst und vieles Neue klärend hinzufügt. Man bediente sich, bis zur Mitte unseres Jahrhunderts etwa, ganz Yorwiegend der anatomischem Zergliederung mit dem Messer und •der Abfaserung gehärteter Gehirnstücke mit der Pincette. Gall, Bur- dach,Reil, F.Arnold, Foville haben unter Benutzung der letzteren Methode viel Neues entdeckt. T i e d e m a n n 's und R e i c h e r t 's Verdienst ist es wesentlich, dass man auf dem Wege der Entwicklungsgeschichte die allgemein morphologischen Verhältnisse besser verstehen lernte. Seit aber Ehrenberg (1833) dargethan hatte, dass das „Seelenorgan aus zahllosen allerfeinsten „Röhrchen zusammengesetzt sei, seit Remak die Ganglienzellen genauer beschrieben (1838) und Hannover (1840) deren Zusammenhang mit den Nervenfasern nachgewiesen hatte, war es offenbar, dass die einfache Zerfaserung nicht im Stande sein könne, die erstrebte Einsicht in den Bau und Zusammenhang der Centraiorgane zu verschaffen. Es ist das grosse Verdienst von B. Stilling, eine neue Methode eingeführt und geübt zu haben': die Anfertigung von dünnen Schnitten oder vielmehr ganzen Schnittserien, die in verschiedenen, aber bestimmten Richtungen durch das Organ gelegt werden. •) Die so erhal- tenen Präparate wurden genau durchforscht, ihre Bilder combinirt und so die Anordnung und der Aufbau des centralen Nervensystems reconstruirt. Durch diese Methode und durch die Studien, die er unter ihrer Benutzung anstellte, hat Stilling die Grundlage für die moderne Anatomie des Rückenmarks, der Oblongata, des Pons und des Cerebellum geschaffen. Am 25. Januar 1842 Hess Stilling bei einer Kälte von —13^ R. ein Stück Rückenmark frieren und machte dann mit dem Scalpell einen massig feinen Querschnitt durch dasselbe. „Als ich diesen, schreibt er, „unter das Mikroskop brachte und bei 15facher Linearvergrösserung die präch- tigen Querfaserstrahlungen (centralen Nervenbahnen) sah, da hatte ich einen Schlüssel gefunden, der die Gemächer zu dem wunderbaren Bau des Rücken- marks öffnete. Nicht froher hatte Archimedes sein €VQi]/.a gerufen, als ich bei jenem Anblick ausrief. Die Stilling'sehe Methode ist die auch jetzt noch am meisten ver- wendete zur Untersuchung des Centralnervensj'^stems. Sehr erleichtert wird ihre Anwendung durch die vorzügliche Härtung, Avelche nach den Angaben 1) Schon vor Stilling fertigte man dünne Schnitte des Centralnervensysteras an (z. B. Rolando 1824), aber die Recoustruction der Organe mittelst der Combination ausgedehnter Schnittserieu versucht zu haben, ist -wesentlich Stilliug's Verdienst.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21995539_0018.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)