Der Torfmoos-Verband / von H. Leisrink, W.H. Mielck und S. Korach.
- Leisrink, Heinrich Wilhelm Franz, 1845-1885.
- Date:
- 1884
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Credit: Der Torfmoos-Verband / von H. Leisrink, W.H. Mielck und S. Korach. Source: Wellcome Collection.
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![Kinder [der Awam-Samojeden] lagen nackt vor dem Feuer in Zelte auf kleinen Fellchen. Wassermoos (Sphagnum) fing di Verunreinigungen auf.“ Ähnliches, aber ausführlicher, sagt Nobdew skiöld: „So lange sie [die Kinder der Tschucktschen; noch klei| sind, werden sie in ein weites Futteral aus Fellen mit nach unte^ zusammengenäheten Beinen und Ärmeln gesteckt. Hinten befinde sich eine vierkantige Luke, durch welche Moos (der weifse todt Teil von Sphagnum) zur Aufnahme der Excremente bestimmt eingeführt und gewechselt wird.“ (s. A. E. Freiherr von Norden) skiöld , Bie Umseglung Asiens und Europas auf der VegX Leipzig. 1882. Bd. II. S. 100.) Und in der Aufzählung de Nutzpflanzen der Tschucktschen gibt X. F. R. Kjellmann an „Sphagnum squarrosum Pers., — fimbriatum Wils., — strictun Lindb. (tsch.: Guit—Guit.) Das Sumpfmoos wird zu Lampen dochten und, ebenso wie nach Middendorffs Mitteilung, hei dei Samojeden anstatt der Windeln für kleine Kinder angewendet/ (Siehe: A. E. Nordenskiöld, Die wissenschaftlichen Ergehniss der Vegaexpedition. Leipzig. 1883. S. 204.) Das Wasseraufsaugungsvermögen besitzen alle Arten de: Gattung Sphagnum, einer Pflanzengattuug, welche an Zahl de| Individuen unendlich reich, dagegen an Arten arm und dabei s<fl eigentümlich organisiert ist, dafs für den systematischen Botanikei; die Gattung den Wert einer besonderen Familie, ja den einei Unterabteilung im ganzen Pflanzenreiche besitzt. Ihr anatomische^ Bau bietet Eigentümlichkeiten, wie sie sich im ganzen übriger Pflanzenreiche in der Art nicht wieder finden. Dafs die SphagjJ naceen auch hinsichtlich ihrer geschlechtlichen Fortpflanzung« weise Besonderheiten aufweisen bietet an diesem Orte weiter keifl Interesse dar. Eine ganze Reihe von Pflanzenanatomen hat sich mit de Erforschung der innern Struktur des Torfmooses beschäftigt. Der erste derselben war Moldenhawer, diesem folgten Mohi und Hofmeister, bis endlich W. Ph. Schlüter in Strafsburg die Vorarbeiten der genannten und andrer Forscher verarbeiten und mit eignen Forschungen und Beobachtungen verknüpfend unsre Kenntnis dieser Pflanzengruppe zum Abschlufs brachte um seiner Monographie (Versuch einer Entwichetungsgcschichh in](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22329869_0008.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)