Ueber die Localisationen der Gehirn-Krankheiten : Vorlesungen gehalten in der Faculté de Médecine zu Paris im Jahre 1875 / von J.M. Charcot ; gesammelt und veröffentlicht von Bourneville ; ins Deutsche übertragen von Berthold Fetzer.
- Charcot, J. M. (Jean Martin), 1825-1893.
- Date:
- 1878-1881
Licence: Public Domain Mark
Credit: Ueber die Localisationen der Gehirn-Krankheiten : Vorlesungen gehalten in der Faculté de Médecine zu Paris im Jahre 1875 / von J.M. Charcot ; gesammelt und veröffentlicht von Bourneville ; ins Deutsche übertragen von Berthold Fetzer. Source: Wellcome Collection.
15/444 (page 11)
![die âussere odere innere Kapsel, die Kerno der graueu Substanz, den Fuss des Stabkranzes «. s. w. als den Sitz eiiies hamor- rhagischen Herdes bezeichneii, iin Staiide soin, éventuel] symp- tomatisehe Differenzeu zu constatireii, und die Uuterscbiede, welche sieh lueraus fur die Prognose ergeben, festzustellen. Icli werde Ihneii an einem Beispiel, welches ich der Pathologie derGehinihiimorrhagie entnelime, alsbald zeigen, dass das Studiiuu dieser Dinge keineswegs eine iiberfltissige Arbeit ist. Betrifft z. B. eiu hamorrbagisclier' Herd lediglicb die âussere Kapsel, so wird aller Wahrscheinlicbkeit nach Genesung.eintreten, ohne dass die Hémiplégie eine dauernde sein wird und ohne dass eine bleibende Scliwâche zurûckbleibt, mag nun die Ausbreitung der Lâsion in der ausseren Kapsel nocb so umfangreich sein. Sitzt der Herd dagegen in der inneren Kapsel, so wird, weini der Kranke ûberbaupt am Leben bleibt, stetg eine Lâhmung mit unheilbarer Contractur zuriickbleiben. Die bohe Bedeutung eines exakten und minutiosen Studi- luns der Configuration der verscliiedenen Bezirke des Gebirns und gleiclizeitig der liobe Werth einer zweckmâssigen Nomen- klatur tritt nocb besonders da bervor, wo es sich um die Ge- liirnfalten baudelt, die an der Oberflâcbe der Hemisphâren zu Tage treten, und welche man allgemein als .Gebirnwindungen bezeiehnet. Lange Zeit bat man glauben kônnen, dass dièse Windungen ibre Anordnung, wenn ich so sagen darf, dem Zu- fall verdanken und demgemâss sich jeder genaueren Bescbrei- bung entziehen. Es blieb zwei franzôsiscben Forscbern, Leuret und Gratiolet vorbebalten, den Nacbweis zu liefern, dass aucb dieser Anordnung ein regelmâssiger Plan zu Grunde liegt, der sich von den niedrigsten Sâugethieren aufwarts durch die Affen hindurch bis zura Menschen liinauf verfolgen làsst. Man bat bei den Gebirnwindungen zweierlei Gruppen zu unterscheiden, die fundamentalen Gehirnfalten, welche ihren Xamen davon habeu, dass ihre Anordnung und ibre gegen- seitigen Beziehungen durchaus constant sind, und die secun- dâren oder accessorischen Gehirnfalten, von denen man zunâchst abstrahiren muss, weil ibre Anordnung variabel ist. Sie begreifen wohl, dass es rein unmoglich ist, ohne eine genaue Topographie der Gebirnwindungen in der Lelire von den wichtigsten Localisationen der Gehirnaffectionen aucb inir um eines Schrittes Breite vorwârts zu kommen. Nehuitm wir ein Beispiel hieffir zur Hand. Wie liisst sich irgend etwas liber](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21497862_0015.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)