Ergebnisse und Studien aus der medicinischen Klinik zu Bonn / von Dr. Moritz Ernst Adolph Naumann.
- Naumann, Moritz Ernst Adolph.
- Date:
- 1858-60
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Credit: Ergebnisse und Studien aus der medicinischen Klinik zu Bonn / von Dr. Moritz Ernst Adolph Naumann. Source: Wellcome Collection.
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![sind, so gilt in der hiesigen Klinik im Allgemeinen die Regel, nach einer moglichst kurzen Vorbereitungscur, — durch welche die etwaigen Hindernisse zu beseitigen beabsichtigt wird, zur An- wendung des Eisens ilberzugehen. Bei dem Gebrauche dieses Mittels ist, so weit es nur irgend thunlich ist, in jeder Beziehung, zunial in der Ernahrung, die grosste Vorsicht zu beobachten; as a 11 eidings in der Poliklinik seine grossen Schwierigkeiten hat. Oft wird es noting, das gewShlle Eisenpriiparat lange Zeit in nur kleinen Gaben zu reichen. Wo aber die Cur einmal eingeleitet worden ist, muss dieselbe auch mit Ausdauer fortgesetzt werden; wobei es allerdings nothwendig werden kann, theils mit denEisen- priiparaten zu wechseln, und von den leicht aufloslichen zu den starker adstnngirenden Bereitungen allmalig ilberzugehen, theils auch die Eisenbehandlung fur halbe und selbst fiir gauze Monate abzubrechen. Denn die naehhaltigsten und bleibendsten Erfolge ■wurden immer dann errungen, wenn die Patienten iiber Jalires- f’ ist unter der Ilerrschaft des Eisens erhalten werden konnten. Leider hat die grosste Anzahl von Beobachtungen nicht in der wunschenswerthen Ausdehnung zuEnde geftlhrt werden kdn- 11611 ‘ Es lst bekannt, wie gern, sowohl die stadtischen Armen als auch auswarlige Patienten, der fernern Behandlung sich zu ent- ziehen geneigt sind, sobald sie eine merkliche Besserung ihres bis- herigen Zustandes zu empfinden anfangen. Wenn der Husten, die Beklemmung und die iibrigen lastigen Beschwerden nachlassen und die Krafte sich wiederum zu heben beginnen, so ist es in der Regel, mit der weitern Befolgung diatetischer und therapeutischer Ivorschriften, bei dieser Menschenklasse ganz zu Ende. So gesclneht es denn, dass die erzielten Vortheile oft genua durch Mangel an Ftlrsorge, und ganz besonders durch die ganz- l.ehe Unterbrechung der kaum eingeleiteten Cur, wieder verloren gehen, und dass gar Mancher an der Phthisis zu Grunde geht, der nichTvSl-1, AUuda,Uer]Und F°lgSamkeit wahrscheinlich, wenn auch friPrl 1§ §!heiU’ d°Ch eine Reihe Yon Jahren in einem sehr be- igenden Zustande erhalten worden ware. Wie viel aber selbst 1 e. ganz ungUnst,gen Verhaltnissen, und bei dfterer Wiederho- nid^e fnl' ° T1 ^ei uSlen Nachlassigkeit, geleistet werden kdnne, moge folgendes Beispiel lehren. Berspib ° iACkerWirth’ 26 Jahre alt> se't zweiJahren verheirathet. he stammte aus einer phthisischen Familie, hatte bereits 26 *](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24907042_0439.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)