Beiträge zur Kenntnis der Tubo-Ovarial-Cysten / von Alfons von Rosthorn.
- Rosthorn, Alphons von, 1857-
- Date:
- [1892]
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Credit: Beiträge zur Kenntnis der Tubo-Ovarial-Cysten / von Alfons von Rosthorn. Source: Wellcome Collection.
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![Demonstrationen am vorjährigen Gynäkologen-Kongresse zu Bonn *) begleitet waren, indem ich die eingehende, anatomische Beschrei- bung der von mir gezeigten einzelnen typischen Formen und meine eigene Anschauung über die Entstehungsweise dieser Gebilde, wie sie sich mir auf Grund nun mehrfacher Beobachtungen überzeugend aufgedrängt hat, folgen lasse. Seitdem Richard in den 50er Jahren diese ganz eigentüm- liche Verbindung zwischen Eileiterlichtung und dem Hohlraume von Eierstockscysten in mehreren Mitteilungen, speziell auch zu- sammen mit Labbe beschrieben, und damit den Begriff der Tubo- ovarialcyste geschaffen hat, wurde das Vorkommen dieser Gebilde durch einzelne Beobachtungen, insbesonders aus der letzten Zeit, wiederholt bestätigt. Nach Kl ob soll es jedoch keinem Zweifel unterliegen, dass Blasius bereits im Jahre 1834 in seiner, »de hydrope ovariorum profluente« betitelten Arbeit einen hierher ge- hörigen Fall erwähnt habe. Der Beschreibung seiner 11 Fälle hat Ad. Richard bereits eine Theorie der Genese angefügt, welche als sog. »Ovulations- Theorie« weitergeführt wurde. Dieselbe hat zur Voraussetzung die physiologische Annahme, dass zur Zeit der Ovulation der Ei- leiter mit seinen Fransen den Eierstock umgreife, um beim Platzen des Graafschen Bläschens das ausgestossene Eichen in Empfang zu nehmen. Mit diesem physiologischen Akte müsse sich ein pathologischer Vorgang kombinieren, um zur Bildung einer Tubo- ovarialcyste zu führen. Der Follikel, der als krank bezeichnet wird, dürfe sich nicht schliessen, er müsse weiter secernieren; nur so könne es zur Verwachsung von Fimbrien mit der geborstenen Follikelwand kommen. Diese Hypothese ist in der Art, wie sie von Richard aus- gesprochen wurde, nicht haltbar. Eine zweckmässige Umklam- merung des Eierstockes seitens des Pavillons zur Ovulationszeit, wie selbe zuerst von Baer in seiner Entwickelungsgeschichte (1837) gelehrt wurde, hat durch keine Beobachtung Bestätigung gefunden. Diese aber zugegeben, findet sich ein Widerspruch in dem anato- mischen Verhalten, indem die Fimbrien nach der Erfahrung Aller regelmässig an die Innenfläche der Cysten zu liegen kommen, statt, wie nach jener Annahme zu vermuten wäre, sich an der Aussenseite derselben vorzufinden. Eine wesentliche Förderung hat die Lehre von den Tubo- ovarialcysten durch Rokitansky im Jahre 1859 erfahren, indem ‘) Sieho LitteraturzusammenHte]lnng am Solilusso.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22456211_0007.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)