Fünf Fälle von tiefer Lage der Nieren / von A. Weisbach.
- Weisbach, A. (Augustin), 1837-1914.
- Date:
- [1867]
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Credit: Fünf Fälle von tiefer Lage der Nieren / von A. Weisbach. Source: Wellcome Collection.
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![Nähe ihrer Theilungsstelle ; die Arterien traten meistens durch den Hilus, zweimal aber auch direkt in die Nierensubstanz ein. Die Venen münden meistens direkt (9mal) in die v. cava äsend., aber auch einige (2 und 1) Male in die iliaca comm. sin. und dextra; im 2. Falle ist eine Vene vorhanden, welche die der normalgelegenen mit jenen der abnormgelagerten und zu- gleich mit dem oberen Theile der v. cava und iliaca comm. sim. verbindet. Der Harnleiter bieten ausser ihrer verschiedenen Länge das bemerkenswerthe Verhalten dar, dass, wenn auch beide Nieren ent- weder einzeln oder verschmolzen auf derselben Seite liegen, sie doch jederseits längs den Wänden des kleinen Beckens zur Harn- blase an die gewöhnliche Einmündungsstelle sich begeben. Im Falle 3, wo die einzige vorhandene Niere im allgemeinen wohl die Gestalt, nicht aber die zahlreichen Gefässe der Hufeisenniere aufweiset, ist auch nur Ein u. z. ein rechter Harnleiter vor- handen. An den Geschlechtswerkzeugen liess sich in keinem Falle etwas abnormes beobachten; der Blinddarm war in allen Fällen mehr nach aussen gerückt und hatte, wie es auch bei normalen Lageverhältnissen vorkömmt, öfters ein vollständiges Gekröse. Dass alle diese Individuen der Tuberculose erlegen sind, steht sicher mehr mit der Häufigkeit dieser Krankheit als mit der besprochenen Abnormität im Zusammenhänge. — Was nun die Häufigkeit dieser abnormen Nierenlagerung betrifft, so be- weiset die geringe Anzahl der oben beschriebenen Fälle, die un- ter mehr als 2000 Obductionen beobachtet wurden, dass das Vor- kommen derselben jedenfalls ein seltenes zu nennen ist, obwohl gerade die 3 in Olmütz untersuchten Fälle fast hintereinander unter das anatomische Messer kamen. ^ * Bezüglich des Geschlechtes sei hinzugefügt, dass alle 5 Fälle bei Männern vorkamen, trotzdem auch zahlreiche Weiberleichen untersucht worden sind, dass also hierin das männliche vor dem weiblichen Geschlechte bevorzugt zu sein scheint. Im 2. und 3. Falle war die tiefgelegene Niere auch bei uner- öffneter Bauchhöhle deutlich als unbeweglicher, rundlicher, abge- fiachter; lappiger, härtlicher, glatter Tumor zu sehen und zu tasten, bei den übrigen theils wegen Meteorismus, theils wegen Bauchwassersucht der äusseren Untersuchung entzogen; Beweglich- keit wurde in keinem Falle bemerkt. — Aus der „Wiener medizinischen Wochenschrift“ des Jahrganges 1867 abgedruckt. Im Selbstverläge des Verfassers. Druck toq Car] Fiuaterbeck. Wien Stadt, Scbottenhot Nr. s.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22341900_0012.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)