Beiträge zur näheren Kenntniss der Stärkegruppe : in chemischer und physiologischer Beziehung / von Walter Nägeli.
- Nägeli, Walter.
- Date:
- 1874
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Credit: Beiträge zur näheren Kenntniss der Stärkegruppe : in chemischer und physiologischer Beziehung / von Walter Nägeli. Source: Wellcome Collection.
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!['der Scheibchen ihr Durchmesser etwas, indem das in ihnen, und zwar zwischen den nadelförmigen Theilchen enthaltene Wasser ver- schwindet. — Ich Hess frisch bereitete Amylodextrinkörner unter dem Mikroskop eintrocknen und fixirte dabei ein bestimmtes kreis- rundes Korn, das einen Durchmesser von 21 Mik. besass. Heim Trocknen erhielt es einen keilförmigen Riss (Fig. 8), woraus her- vorgeht, dass die Zusammenziehung in tangentialer Richtung grösser war, als in radialer. Dass aber letztere auch stattgefunden hatte, ergaben die Messungen an dem trockenen Korn. In der Richtung ah hatte es jetzt einen Durchmesser von I8Y25 in der Richtung cd von 19Y2Mik. Die ganze Fläche hatte sich vermindert ungefähr von 1 auf 0,8 Y oder um %; wie viel die Abnahme in der Richtung der Axe betrug, weiss ich nicht. Da die kleinen Krystalle, aus denen die Substanz besteht, für Wasser nicht durchdringbar sind, so quellen die Scheibchen auch nicht auf; sie lösen sich in den Quellungsmitteln vielmehr wie Krystalle, so in heissem Wasser, in Kalilauge oder concen- trirter Schwefelsäure. Sehr bequem ist in dieser Beziehung zur mi- kroskopischen Untersuchung die Kalilauge. Ich brachte in Wasser aufgeschlämmte Scheibchen auf den Objectträger und Hess von der einen Seite ziemlich verdünnte Kalilauge zufliessen, indem ich auf der anderen Seite die Flüssigkeit mit Filtrirpapier abzog. Man kann nun die Auflösung dieser Scheibchen Schritt für Schritt verfolgen. Dieselben quellen dabei gar nicht auf; sie zerfallen vielmehr in wenige oder viele Stücke, indem sich, besonders anfangs, Risse in der Richtung des Radius bilden. Nachher werden die Körner auch vielfach nach anderen Richtungen zertrümmert. Zu gleicher Zeit nimmt der Umfang des Kornes ab, bis dasselbe schliesslich ganz *] Die Grösse des Ausschnittes betrug nämlich an der Peripherie gemessen ungefähr 2^ Mik., also ist sein Flächeninhalt ^ . 2^ . 10; dieser abgezogen von dem Flächeninhalt des ergänzten Kreises mit dem mittleren Durchmesser von 19, ergibt: i: — ^ H = 272; während der ursprüngliche Flächen- raum war = (V)‘- ^ = ^47. Derselbe hatte also abgenommen von .347 auf 272 oder ca. von 1 auf 0,8.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2233273x_0024.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)