Atlas der syphilis und der venerischen krankheiten : mit einem grundriss der pathologie und therapie derselben / von Franz Mracek.
- Mraček, Franz, 1848-1908.
- Date:
- 1898
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Credit: Atlas der syphilis und der venerischen krankheiten : mit einem grundriss der pathologie und therapie derselben / von Franz Mracek. Source: Wellcome Collection.
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![solche mit hereditärer Syphilis, z. B. mit Pemphigus syphi- liticus und Papeln behaftete Kinder, sind für den nicht syphi- litischen Organismus gefährlich und bleiben es auch viele Jahre hindurch. Neuere Beobachtungen haben dargethan, dass von einzelnen krank gewesenen Stellen, welche den Träger kaum belästigen, noch lange nachher, wenn sie gelegentlich durch Maceration oder auf mechanische Weise wund gemacht werden, abermals die Infection vermittelt werden kann. Hierher gehören alte anale und perianale Infiltrate, a]te Zungenaffectionen und viele andere, sogenannte Praedilectionsstellen der Syphilisproducte, von denen noch später die Eede sein wird. Es wird im allgemeinen angenommen, dass die tertiär- syphilitischen Producte, die sogenannten gummatösen Neu- bildungen, keine Syphilis vermitteln können. Diese Be- hauptung dürfte jedoch nur mit Reserve aufzunehmen sein. So werden Fälle, bei denen diese tertiären Erscheinungen neben noch bestehenden secundären auftreten, wenn sie auch in die Gruppe der tertiären Formen gehören, jedenfalls das Contagium führen. Immerhin ist eine geringere Infectiosität der gummatösen Processe im Verhältnis zu den secundären nicht zu leugnen und der Umstand, der hierbei am schwersten in die Wagschale fällt, ist wohl der, dass das Gumma erst viel später zerfällt, nachdem das Infiltrat be- reits regressive Metamorphosen eingegangen ist, so dass wir es hier dann nur mehr mit einem Gewebsdetritus, in dem das Syphiliscontagium bereits abgeschwächt oder unschäd- lich gemacht wurde, zu thun haben. Ausserdem sind die gummösen Formen häufig an Stellen localisiert, von denen aus eine Uebertragung unmöglich ist (innere Organe). Auch der Umstand ist nicht zu unterschätzen, dass die Kranken jede innige Berührung mit den gummatösen Geschwüren scheuen, weil sie ihnen Schmerzen verursacht. Die secundären Krankheitsprodukte hingegen, welche oberflächlicher liegen und sehr bald nach ihrem Entstehen auch wieder zerfallen, führen zu reichlich secernierenden Substanzverlusten, und dieses Secret kann viel eher die Ueberimpfung vermitteln, als das der gummatösen Geschwüre.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21212405_0021.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)