Volume 2
Klinische Vorträge über specielle Pathologie und Therapie der Krankheiten des weiblichen Geschlechtes ... / von Franz A. Kiwisch Ritter von Rotterau.
- Kiwisch, Franz A. (Franz Alexander), Ritter von Rotterau, 1814-1851.
- Date:
- 1845-1855
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Credit: Klinische Vorträge über specielle Pathologie und Therapie der Krankheiten des weiblichen Geschlechtes ... / von Franz A. Kiwisch Ritter von Rotterau. Source: Wellcome Collection.
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![die linksseitigen Gliifei grösslentheils zersförl halle und fast bis an die Haut gedrungen war. In der Heckenhöhle selbst waren alle Weichgebilde zerflossen, nur die Nerven- und Ge- fässsläinme in einem arrodirlen und letztere zum Tlieil in ob- literirfem Zustande vorhanden. Die Knochen waren gleich- falls vom Periost enlblösst und rauh. Die Gebärmutter war nur in ihrem unteren Dritllheile krebsig infillrirt, der Vaginal- theil carcinomatös zerstört. Ebenso war der Blasenhals car- cinomatös und ])erforirt^ die Vagina im oberen Drilttheile mit Krebs infiltrirt, und linkerseits perforirt. Alle im Peritonäal- sacke befindlichen Organe waren gesund. Der primitive Scheidenkrebs gehört, wie schon bemerkt wurde, zu den grössten Seltenheiten. Im Allgemei- nen verhält er sich wohl auf ähnliche Weise wie der eben er- wähnte fortgepflanzte Krebs* nur kann er dadurch, dass er das s:anze Scheidenrohr oder eine g-rosse Partie desselben ergreift, örtlich zu einer viel bedeutenderen Entwicklung ge- langen, als es bei den secundären Fällen vorzukommen pflegt. Auf diese WeLse bietet sowohl der fibröse als auch der me- dulläre Scheidenkrebs in seinen Erscheinungen manche Ei- genthümlichkeiten dar. So beobachteten wir in einem Falle das ganze Scheidenrohr erfüllt von fibrösen Krebsknollen und Auswüchsen die zum Theil hahnenkammförmige, zumTheil kol- bige, taubeneigrosse, derbe Excrescenzen bildeten. Bei me- dullärer Infiltration erheben sich bisweilen zahlreiche, leicht- blutende, warzige oder polypenähnliche Wucherungen, welche in gleicher Weise den Scheidenkanal mehr oder weniger aus- füilen können. Mehrere derartige, ohne Zweifel hieher ge- hörige Beobachtungen findet man in der Literatur unter ver- schiedenen Bezeichnungen angeführt und zwar als bösartige Excrescenzen oder Fungositäten, als Blutschwamm etc. Auch an den äusseren Genitalien ist die primitive, so wie überhaupt jede Krebsbildung ziemlich selten 5 die er- stere jedoch hier häufiger als in der Scheide. Der gewöhn- lichste Sitz des primitiven Krebses ist das Gewebe einer gros- sen Schamlippe. Hier bildet sich ein kleiner, fibröser Kno- ten, welcher anfänglich beweglich und ziemlich stark um- 37](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24990802_0002_0591.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)