Handbuch der Lehre von den Geweben des Menschen und der Thiere / unter Mitwirkung von J. Arnold [and others] ; herausgegeben von S. Stricker.
- Date:
- 1871-1872
Licence: Public Domain Mark
Credit: Handbuch der Lehre von den Geweben des Menschen und der Thiere / unter Mitwirkung von J. Arnold [and others] ; herausgegeben von S. Stricker. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Royal College of Physicians of Edinburgh. The original may be consulted at the Royal College of Physicians of Edinburgh.
718/1302 (page 670)
![knorpel, wie dieselben z. B. aus dem Giessbeckenknorpel des Ochsen bekaiml isl. Ueber die histologische Deutung dieses Netzes feinster Fasei-n sind die Ansichten getheilt. Kölliker*) betrachtet dasselbe als ein Netz sternförmiger Zellen, welche jedoch das Eigenthümliche zeigen, dass ihre Ausläufer zahl- reich verästelt sind und sowohl unter einander, als mit denen benachbarter Zellen auf's reichlichste zusammenhängen. Henle und Merkel**) heben zwar die Aehnlichkeit dieses Fasernetzes mit der Faserung feiner elastischer Lamel- len hervor, stellen die Fasern aber rücksichtlich ihres Calibers, ihres Liclit- brechungsvermögens, sowie ihrer chemischen Eigenschaften mit den Binde- gewebefibrillen zusammen. Ich kann mich keiner dieser beiden Ansichten an- schliessen , sondern betrachte dieses Fasernetz als dem elastischen Gewebe angehörig, wozu mich sowohl die auf- fallende Aehnlichkeit des Gewebes mit der Grundsubstanz gewisser elastischer oder Netzknorpel, sowie der Umstand veranlasst, dass diese Fasern, wie die elastischen der Einwirkung von Alkalien ziemlich lange widerstehen. Ausser dem Fasernetze feinster elastischer Fasern finden sich in der feinkörnigen Grundsubstanz noch zellige Gebilde. Dieselben sind an verschiedenen Stellen bald näher, bald weiter von ein- ander entfernt und zeigen alle Ueber- gangsformen des mit nur äusserst wenig Protoplasma umgebenen Zellenkerns (Fig. 2195 /■] bis zu der vollständig aus- gebildeten und mit Ausläufern versehe- nen Bindegewebezelle (Fig. 219 Be.) Nach längerer Einwirkung einer möglichsl verdünnten Lösung von Carminammoniak färben sich, entsprechend dem Tinktionsgesetze todter Gewebe, am intensivsten die Kerne dieser Zellen, weniger, aber noch immer merklich das den Kern umgebende Protoplasnui und, wenn vorhanden, die von demselben abgehenden Fortsätze, währeiul das feine Fasernetz durchaus keinen Farbstoff aufninunt, eine Thatsaclic, Welche meiner Ansicht, dass dieses Fasernetz dem elastischen Gewebe an- gehört, keine geringe Stütze verleiht; denn bei methodischer Anwendung von Carminammoniak verhalten sich bekanntlich gegen diesen Farbstoff elaslisclic Fasern vollkommen indifferent. Fig. 219. A. Längsschnitt der weissen Substanz des menschliclien Rüc]<enmai ks. a) Elastische Fasern der Bindesubstanz. ■b) Zellenelement der Bindesubstanz. B. Querschnitt der weissen Substanz. a) Axenfaser. b) Markscheide, c) Lücke durch Herausfallen einerquer durchschnit- tenen Nervenfaser entstanden, d) Fein- körnige Biiidesubstanz mit feinen elasti- schen Fasern, e) Entwickelte Bindegewebe- zelle mit Auslaufern. /) Junge Bindo- gewebezelle, deren Kern nur von wenig Protoplasma umgeben. Vergr. 300. *) Handbuch der Gewebelehre. Fünfte Auflage. Pag. 267. *) Zeitschrift für rationelle MediciH. Dritte Reihe. Bd. 24. Pag. 5ß.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907341_0720.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)