Zur pathologie und therapie der spina ventosa / Edward Unger.
- Unger, Eduard, 1867-
- Date:
- [1889]
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Credit: Zur pathologie und therapie der spina ventosa / Edward Unger. Source: Wellcome Collection.
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![mit 104 Knochenafl'ectionen beobachtet worden. [In den letzten 3 Jahren kamen unter ca. 12000 Kranken 232 Fiille von Knochencaries zur Behandlung, und hiervon waren 60 mal die Diaphysen befallen.] Die Kranklieit stellt sich so dar, dass der befallene Knochen eine spindelformige Auftreibung zeigt, welche in der Mitte am starksten ist, nach beiden Enden zu abnimmt. Bei den kleinen Rohrenknochen nimmt die Anschwellung den ganzen Knochen ein, wfihrend in den viel seltneren Fallen von Diaphysen-Tuberculose langer Rohrenknochen, welche atiologisch und pathologisch- anatomisch nicht von der eigentlichen Spina ventosa zu trennen sind, die Geschwulst in der Mitte des erkrankten Knochens sitzt, wahrend oben und unten noch gesunde Partieen vorhanden sind. Friiher verstand man unter der Spina ventosa ein- fach eine gleichmiissige, spindel- oder flaschenformige Auftreibung des Knochens, ohne darauf Riicksicht zu nehmen, durch welchen anatomischen Prozess dieselbe entstanden war. Man bezeichnete so mit demselben Namen sowohl durch tuberculose, wie durch syphilitische Prozesse hervorgegangene Yeranderungen, ebenso wie Enchondrome etc. Dass diese ungenaue Nomenclatur fur die Therapie von hochst nachteiligen Folgen war, bedarf wohl kaum der Erwahnung. Als ein grosser Fortschritt musste es daher angesehen werden, als Vir- chow in seiner Lehre von den krankhaften Geschwiilsten den Namen der Spina ventosa nur der Tuberculose zu- wies. Ich fiihre die Beschreibung des anatomischen Bildes, wie sie in dem eben angefiihrten Werke3) ge- geben ist, dem Wortlaute nach an: „Wenn man einen solchen Knochen nach derMacera- 3) R. Virc'how: Die krankhaften Geschwiilste Band II.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2120519x_0011.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)