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Credit: Studien über angeborene Farbenblindheit / von Hermann Cohn. Source: Wellcome Collection.
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![§ 3. Prüfung von Verwechselungsfarben durch bunte Brillen. Namentlich um für die Entdeckung von simulirter Farbenblindheit einen Anhalt zu erlangen, schien es mir wünschenswert, jeden einzelnen Farbenblinden die verwechselten Pulver durch eine rothe, grüne, blaue und gelbe Brille betrachten zu lassen. Es wurde nun im Fragebogen unter No. 5 notirt, ob er mit einer der genannten Brillen seine Fehler corrigirte oder nicht. § 4. Prüfung mit bunten Gläsern. Mit rothem, orangefarbenem, gelbem, hellgrünem, dunkelgrünem, blauem und violettem Glase wurde (Fragebogen No. G) die Flamme betrachtet und der Name, welchen der Untersuchte der Farbe der Flamme gab, aufgeschrieben. Sehr empfehlenswert]! ist der Vorschlag von Stilling (6 b des bragebogens), dem Patienten eine Combination von zwei grünen und einem blauen Glase vorzuhalten, weil das blaue Glas alle gelben Strahlen, welche die beiden grünen durchlassen, verschluckt und die b lamme nun dem Normalen viel schöner grün erscheint, als durch giüne Glaser allein, und ebenso schliesslich eine Combination von zwei blauen und einem rothen Glase vorzulegen, weil wiederum die blauen Gläser alle gelben Strahlen absorbiren und nur das reinste Roth durchlassen. Der Untersuchte wird ferner aufgefordert, mit den genannten Glä- sern und Gombinationen auch das Tageslicht zu betrachten und die Färbung desselben zu nennen. (Fragebogen 7). Die Bezeichnungen decken sich keineswegs mit den bei künstlichem Lichte genannten. Die Gläser zu diesen Prüfungen wurden mir durch die Güte des Collegen StiUing aus Cassel geschickt. § 5. Untersuchung mit farbigen Schatten. Chromaskioptikon. Stilling hat bekanntlich zuerst vorgeschlagen (Beiträge zur Lehre von den Farbenempfindungen. Ausserordentliches Beilageheft zu den klinischen Monatsblättern für Augenheilkunde, XTIL Jahrgang, I, 1875) die farbigen Schatten zur Prüfung des Farbensinnes zu verwenden. Die- selben treten aber nicht unter allen Umständen gleich scharf zu Tage und man kann sich leicht überzeugen, dass sie am schönsten sichtbar werden, wenn recht dicht hinter dem farbigen Glase eine sehr grosse, hellbrennende Lichtflamme steht, dagegen die nicht mit farbigem Glase armirte zweite Flamme kleiner und entfernter ist. Da es sich darum handelte, möglichst schnell von den Hauptfarben die farbigen Schatten zu entwerfen, so construirte ich mir den hier abgezeichneten Apparat (Fig. 5), den ich Chromaskioptikon nannte und welcher sowohl für](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21978049_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)