Ueber Chorionepitheliom des Hodens ohne Teratombildung ... / vorgelegt von Franz Sigl.
- Sigl, Franz, 1883-
- Date:
- 1910
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Credit: Ueber Chorionepitheliom des Hodens ohne Teratombildung ... / vorgelegt von Franz Sigl. Source: Wellcome Collection.
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![bildende Konnektivgewebe wird ausgefüllt von Zellen, die sowohl in Anordnung als in Gestalt kein einheitliches Bild darbieten. Die * kleineren Zellen haben eine unregelmässige, polygonale Form; * ihr Cytoplasma ist sehr grobkörnig und zeigt verschiedene Grade von Vakuolenbildung. „Wenn dieselbe hochgradig ist, zeigt sich I manchmal das Bild eines Nukleus, der in einer leeren Schale liegt, j Die Kerne zeigen ebenfalls verschiedenartige Formen und Grössen, * färben sich im Hämatoxylin sehr schwach und sind ausserordent- > lieh arm an Chromatm, was besonders auch die grossen Zehen betrifft. 1 Neben diesen einkernigen Zellen finden sich auch zahlreiche grosse unregelmässige Zellen mit 2—4 Kernen, die in ihrem Cha¬ rakter von den oben beschriebenen wenig abweichen. Ferner sind körnige Protoplasmamassen vorhanden, welche mehrere Kerne ent¬ halten. Karyokinesen sind wenig beobachtet. Kein anderer Wuche¬ rungstypus und keine andere Gewebsart kann in irgendwelchem Teil der Tumormassen gesehen werden. Vas deferens und Samenstrang zeigen keinen wesentlichen pathologischen Befund. Die zahlreichen Metastasen zeigen ein dem Primärtumor ähn¬ liches Bild. Neben zahlreichen hämorrhagischen nekrotischen Par¬ tien finden sich Zellkomplexe von oben beschriebenem Charakter. An Schnitten aus verschiedenen Organmetastasen kann das Verhalten der Tumormassen zu den Gefässen in den verschieden¬ sten Stadien beobachtet werden. So findet sich ein metastatisches Knötchen einer Niere fast vollständig in dem Lumen eines grossen 1 Gefässes eingeschlossen und zwar so, dass an einer Seite die Lamina elastica noch völlig intakt, an der gegenüberliegenden schon stark von Tumorzellen durchwuchert ist. An anderen Prä- : paraten ist die Muscularis infiltriert oder bereits zerstört. Ein weiteres Stadium der Entwicklung zeigt ein Knötchen der Magen- gegend, in dessen Zentrum sich nur mehr die Reste eines grösseren Blutgefässes finden. Es handelt sich also im vorliegenden Fall um einen malignen] Tumor des rechten Hodens. Gleichgestaltete Tumormassen fanden! sich im Retroperitonealraum. Von hier verbreitete sich die; Wucherung durch die Vena cava in die Lunge und über-! schwemmte schliesslich, in die Gesamtzirkulation übertretend, fastj sämtliche Organe mit sekundären Knötchen. Bei der mikroskopL: sehen Untersuchung fanden sich neben Blut, Fibrin und nekroti-t schem Gewebe Tumorzellen, die in ihrer Mehrzahl den Lang 4;](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30616153_0010.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)