Das Eucalyptusöl : pharmakologisch und klinisch dargestellt / von Hugo Schulz.
- Schulz, Hugo, 1853-1932.
- Date:
- 1881
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Credit: Das Eucalyptusöl : pharmakologisch und klinisch dargestellt / von Hugo Schulz. Source: Wellcome Collection.
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![rirt und in Bucliner’s Repertorium finde ich erwähnt, dass zu demselben Zweck auch in San Franzisco die Eucalyptusblätter zu Cigaretten verarbeitet Averden. Der Gebrauch derselben ist Geschmackssache, jedenfalls dürfte die Inhalation der Dämpfe aber vorzuziehen sein, da dabei das Miteintreten von brenzli- chen Producten in die Athmungswege ausgeschlossen ist. Auch kann man leicht den Raum, den ein derartiger Kranker bewohnt, dauernd mit den Eucalyptusdämpfen erfüllen, indem man ein- fach etwas von dem Gele in eine Schale heissen Wassers giesst und den Bedarf an heissem Wasser oder Gel gelegentlich erneuert. Auch da wo die Secretion der Respirationsschleimhäute ein Uebermass erreicht, hat sich das Eucalyptusöl bewährt. Bell berichtet über einen von ihm beobachteten und dahin gehörenden Fall: „I have witnessed remarkable benefit after a very brief use of the remedy, evinced by a rapid diminution of the discharge, and also by a corresponding improvement in the general condition of the patient.“ Bei ausgehildeter Lungengangrän endlich hat Buc- quoy die alkoholische Eucalyptustinctur innerlich mit Erfolg in 5 Fällen gegeben, bei denen die vorhergegangene Anwen- dung von Carbolsäure keine Besserung herbeigeführt hatte. Ein ähnlicher Fall, bei dem Inhalationen von Carbolsäure nutzlos blieben, dagegen nach dem Gebrauch des Eucalyptusöles der Krankheitsverlauf eine günstige Wendung nahm, ist in der hiesigen Rühle’schen Klinik beobachtet worden: Patient hatte drei Wochen vor seiner Aufnahme einen starken Schüttelfrost, entleerte Tags darauf in grösserer Menge gelbe Sputa. Beim Husten und tieferen Einathmen empfand er Schmerz in der rechten Seite, ungefähr der Gegend der siebenten Rippe entsprechend. Dann traten heftige Schweisse auf, nach Ablauf von ungefähr 3 Wochen entleerte der Kranke unter Husten plötzlich eine grosse Menge furchtbar stinkender, erst rother, dann braunrother Massen. Zur Klinik kam er am 1. Januar 1880. Status praesens: Kräftige Muskulatur, normal gebauter Tho- rax, ])leiches Colorit, weicher kleiner Puls. Starker Foetor ex ore von der, für Lungengangrän charakteristischen widerlichen Süsslichkeit. Die Auscultation des Tliorax ergab rechts oben](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22297807_0099.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)