Über den primären Krebs der Extremitäten ... / von Rudolf Volkmann.
- Volkmann, Rudolf.
- Date:
- 1889
Licence: Public Domain Mark
Credit: Über den primären Krebs der Extremitäten ... / von Rudolf Volkmann. Source: Wellcome Collection.
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![Kranken nach der Operation nicht hinreichend lange weiter behandelt und gesehen; indes dies Schicksal teilen sie mit allen Geschwulstope- rirten und das Zahlenverhältnis verliert dadurch nichts von seiner Be- ^ deutung. Immerhin sind doch die Schicksale von fast der Hälfte dieser 128 Kranken bekannt i), nämlich von 56 Operirten, und von diesen sind 30 über zwei Jahre 2), und zwar oft viel länger (bis zu 25 Jahren) recidiv- r frei geblieben; 10 länger als ein Jahr. Auf die genaueren statistischen Verhältnisse werde ich später zurückkommen. Als spezielle Ursache der Carcinombildung ist in den fraglichen Fällen Folgendes ermittelt worden: 1) Am häufigsten wurden Narben und Geschwüre nach Affektionen der Weichteile aller Art der Ausgangspunkt von Car¬ cinombildung. Namentlich also grosse traumatische Hautdefekte, besonders wenn dieselben Hautstellen betrafen, wo Knochen nur durch eine dünne Weichteildecke geschützt sind. Am häufigsten handelt es sich hier um jene Fälle, wo überhaupt keine vollständige Heilung zu erzielen war, sondern wo nur ein Teil des Defekts vernarbte und in der Mitte eine granulirende Fläche zurückblieb; oder aber um solche, wo die dünne und gespannte Haut nach mühsam erlangter Vernarbung bei jeder Ge¬ legenheit wieder aufbrach is. Beispiel No. 1, S. 4 resp. 3126). Das chro¬ nische Unterschenkelgesch wür ist dann ferner ein sehr.häufiger Aus¬ gangspunkt von Carcinomen. — Sehr oft sind es weiter in der Jugend er- I' worbene Verbrennungen mit sekundären Contrakturen und Deformi¬ täten verschiedenster Form, wo die gespannten, papierdünnen Narben später der Sitz von Carcinomwucherungen werden; fast niemals wohl auch hier, ohne dass im Laufe der Jahre die Narben öfters einmal ver- letzt und aufgerieben worden wären und mehr oder weniger lange zu Eiterungen Veranlassung gegeben hätten. In noch anderen Fällen sind es Erfrierungen, schwere Quetschungen, oder komplizirte j Frakturen mit Hautgangrän, welche die Ursache abgegeben haben. I Beobachtung No. 3. Im Frühjahr 1887 stellte sich Inder Hallenser Klinik * der 51jährige Arbeiter C. H. vor, der seit 25 Jahren an doppelseitigem Unterschenkel- I geschwür litt. Seit einem halben^Jahr hatte er bemerkt, dass die Geschwürsflächen {härtere Ränder bekamen und dass in der Mitte Geschwulstknoten wuchsen, die bei jeder Berührung bluteten. Bei der Aufnahme fand sich rechts ein halbcirkuläres, links einp/4cirkuläres, langes Geschwür mit harten, gewulsteten Rändern und jauchendem f Grunde, der überall auf Druck Epithelpfröpfe entleerte. Auf beiden Geschwüren fanden I sich ausserdem mehrere walnuss- bis hühnereigrosse, blumenkohlartige Knollen, die I schmierig belegt waren, jauchten und bluteten. In der Mitte des Geschwürs der linken f Seite lag die arrodirte Tibia etwa markstückgross frei. Die Inguinaldrüsen waren ^ 1) Die kurz nach der Operation an intercurrenten Krankheiten Gestorbenen sind als nicht weiter beobachtet bei der statistischen Berechnung ausser Betracht gelassen 5 worden (19 Fälle). 5 2] 22 Kranke über 3 Jahre, 11 über 5 Jahre, 5 über 10 Jahre.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30584383_0011.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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