Ueber Epithelmetaplasie am Uterus, besonders an Polypen ... / vorgelegt von Rudolf Oeri.
- Oeri, Rudolf.
- Date:
- [1906?]
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Credit: Ueber Epithelmetaplasie am Uterus, besonders an Polypen ... / vorgelegt von Rudolf Oeri. Source: Wellcome Collection.
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![häuten der Nase (auch an manchen Nasenpolypen — Neelsen, v. Büngner), des inneren Ohres, des Kehlkopfes, der Trachea und der Bronchien, ferner des Uterus (worauf wir nachher noch speziell eingehen werden) sehen; diese Metaplasien werden meist durch chronische Entzündungen, Fremdkörper u. a. provoziert. Ferner kann die Metaplasie am Epithel von Schleimhäuten in der Weise auftreten, daß sich im geschichteten Plattenepithel einer Schleimhaut Verhornung der obersten Schichten einstellt. Dies kann einmal Stellen betreffen, wo die Schleimhaut normalerweise Plattenepithel trägt (Zunge, Wangen), sowie da, wo wir nur sogenanntem Ueber- gangsepithel begegnen, wie in den ableitenden Harnwegen (Posner, Urethra). Die ätiologischen Faktoren sind hier dieselben wie die bereits oben erwähnten. Von wirklicher Epidermisierung oder epi- dermoidaler Umwandlung wird dann gesprochen, wenn sowohl eine deutliche Scheidung in Rete und Epidermis, als auch Verhornung (gegeben durch Horn, respektiv Keratohyalin oder Eleidinsubstanz) nachzuweisen sind. Während die genannten Beispiele sich auf die Schleimhäute ektodermalen Ursprungs bezogen, sehen wir auch an Gebilden mesodermaler Natur (es sei hier an die pathologische Verhor¬ nung der sogenannten Scheidenschleimhaut erinnert), ferner auch an entodermalen Schleimhäuten Metaplasien zu epidermis- ähnlichen Formen mit Verhornung. In letzterer Hinsicht erinnern wir an die Untersuchungen Posners [2] am Magen verschiedener niederer Säuger (Edentaten wie Bradypus, Echidna und Mantis), die ergaben, daß dort entschieden das Magenepithel im stände ist, einen Verhornungsprozeß einzugehen, um die den Tieren fehlenden Zähne zu ersetzen. Fütterer [3] berichtet neuerdings über ähnliche Meta¬ plasien, die er experimentell am Kaninchenmagen erzeugte. Dann sei noch an das freilich sehr seltene Vorkommen von Metaplasie zu Plattenepithel in der Gallenblase erinnert. Lubarsch, Arbeiten aus dem hygienisch-pathologischen Institut zu Posen, 1901) gibt an, lmal bei chronischer Cholecystitis eine Plattenepithelinsel mit Verhornung gefunden zu haben, während Deetz bei der Unter¬ suchung von 300 Gallenblasen mit chronischer Cholecystitis zu einem ganz negativen Resultat gekommen ist; dagegen fanden sowohl Deetz als auch andere bei Karzinom der Gallenblase nicht selten Plattenepithelkrebse. Es ist sehr bekannt, daß von den metaplastisch veränderten](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30609549_0006.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)