Ueber Epithelmetaplasie am Uterus, besonders an Polypen ... / vorgelegt von Rudolf Oeri.
- Oeri, Rudolf.
- Date:
- [1906?]
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Credit: Ueber Epithelmetaplasie am Uterus, besonders an Polypen ... / vorgelegt von Rudolf Oeri. Source: Wellcome Collection.
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![rend nämlich die einen auf Grund entwicklungsgeschichtlicher An¬ schauungen diesen Vorgang nur in ganz beschränktem Maße zulassen wollen, gibt es wieder andere, die in dieser Beziehung die weitest¬ gehenden Zugeständnisse machen. Und namentlich heute, wo der His sehe Keimblattbegriff immer mehr zu einem rein topischen herab¬ geschraubt zu werden beginnt, wird auch der Metaplasie wieder viel mehr Raum gegeben, als dies noch vor ca. 20 Jahren der Fall war. Um in Kürze einen orientierenden Ueberblick über den der¬ zeitigen Stand der Metaplasiefrage zu geben, möchte ich anschließen an die sehr übersichtliche Darstellung Luharschs [1], der zunächst zwischen metaplasieähnlichen und echten metaplastischen Vorgängen unterscheidet. Während wir erstere dort beobachten können, wo durch irgendwelche äußere Einflüsse, wie Druck, funk¬ tionelle Ausschaltung, Quellung u. a. m. einfache Formveränderungen der Zellen zu stände kommen, handelt es sich bei der Metaplasie oder „Umdifferenzierung“ um eine „Umwandlung oder den Ersatz spezifischer Zell- oder Gewebsstruktur durch andersartige, ebenfalls bestimmt differenzierte, vom gleichen Gewebe gebildete Struktur“. Als dritte Art der „Alloplasie“ käme die „Entdifferenzierung“ in Betracht, worunter die Umwandlung scharf differenzierter in weniger scharf oder undifferenzierte Zellformen zu verstehen ist, die entweder eine nur vorübergehende, physiologische Struktur¬ veränderung der Zelle bedeutet, oder aber als pathologische Entdifferenzierung mit dem Untergang der Zelle einhergeht. Hierher rechnet Lubarsch auch v. Hansemanns Ana- und Be- nekes Kataplasie. Für unseren Gegenstand kommen nur die metaplastischen Vor¬ gänge in Betracht und zwar die Epithelmetaplasien. Wir erinnern nur kurz an die bekannten, sichergestellten Meta¬ plasien, welche sich in der Umwandlung von Bindegewebe in Knochen oder in Knorpel, ferner von Bindegewebe in Fett oder Schleim¬ gewebe äußern. Die Epithelmetaplasie ist wohl die häufigste Form metaplastischer Vorgänge. Sie ist an den Epithel arten fast sämt¬ licher Körperteile festgestellt (auch an den Endothelien und den die großen serösen Körperhöhlen auskleidenden Deckzellen beobachtet; hier wandeln sich einfache, platte Zellen in hohes, eventuell sogar flimmerndes Zylinderepithel um). Hierbei kann es sich handeln einmal vor allem um Metaplasie von Zylinderepithel in geschichtetes Plattenepithel, das auch verhornen kann, wie wir das an den Schleim-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30609549_0005.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)