Geschichte des Starrkrampfes unter besonderer Berücksichtigung dieser Krankheit bei Haustieren / [Gustav Gottfried Ferdinand Graumann].
- Graumann, Gustav Gottfried Ferdinand, 1866-
- Date:
- 1911
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Credit: Geschichte des Starrkrampfes unter besonderer Berücksichtigung dieser Krankheit bei Haustieren / [Gustav Gottfried Ferdinand Graumann]. Source: Wellcome Collection.
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![s der meisten anderen Autoren, die häufigsten Fälle im Winter beobachtet haben will (Bauer) 1). Ueber Versuche zur Heilung des Tetanus existieren zahl- reiche Angaben. Dioklcs von Karystus, der kurze Zeit nach Hippokrates lebte und als einer der berühmtesten Aerzte galt, empfahl gegen Starrkrampf trockene und feuchte Bähungen, örtliches Einreiben von „Oerotarium“ und Auflegen von Wolle auf den leidenden Teil, daneben Diuretika und Abführmittel (Sprengel)2); Praxagoras von Kos, (um 350 v. dir.) behandelte den Tetanus mit Bähungen, dystieren und Brechmitteln (Sprengel 1. c. p. 475 nach Cael. Aurel, acut. III, 8, p. 214), während Heracleides von Tarent um 230 v. Ohr., (ibid. p. 588), der ausgezeichnetste Arzt der empirischen Schule, Clystiere und Asa foetida in Anwendung brachte. Asclepiades aus Prusa in Bithynien, griechischer Arzt im ersten Jahrhundert v. Ohr., behandelte den Starrkrampf mit warmen Bädern und Einreibungen von Oel (Sprengel 1. c. p. 26., nach Oael. Aurel, acut. lib. 3. c. 4., p. 215); dessen Schüler Clodius, ca. 50 n. Ohr., gab daneben noch Asa fötida (Sprengel 1. c. p. 28, n. Oael. Aurel, acut, lib. 3. c. 8., p. 217), ebenso Philomenus (ibid. p. 47); auch Archigenes, der zu Trajans Zeiten in Rom die ärztliche Kunst ausübte, suchte den Starrkrampf durch warme Bäder und ölige Mittel (ibid. p. 110) zu heilen. Cajus Plinius Secundus der Aeltere3), (geb. in Como, gestorben bei Gelegenheit des Ausbruchs 79 post Ohr.), verfaßte neben zahlreichen Schriften reiches encyklopädisches Werk in 37 Büchern, welches uns erhalten geblieben ist. In diesem Werk („Naturalis Historia“) finden wir auch eine Zusammenstellung der bis dahin gegen Opisthotonus, „den inflexibilem dolorem cervicum“, empfohlenen Heilmittel. Die- selben waren: Blätter oder Wurzeln des Bärenklau, die Alchimie (?), der Kohl, der Urin oder Kot der Ziege, Bibergeil, das Haidekraut, der Storchschnabel, Süßholz, eine Art von Halimus (?) (Halimigenus), wohlriechende Binse, Enzian, Malve, Salpeter, flüssiges Pech, Floh- kraut, Harz von persischem Steckenkraut, Sil (?), Senf, Wurzeln der Pimpernuß, ein Rebschößlein aus dem Xeste eines Falken. Wein darf bei Opisthotonus nicht gegeben werden. Als Vor- beugungsmittel wird die Leber des Falken empfohlen (Opisthotonos fieri prohibet milvi jecur 30/110). Bei Tetanus (ibid., volum 8., p. 375) wird außerdem noch empfohlen: Nießwurz, Feigenasche, Fischleim, Saft des Saufenchels und Lab des Seehundes. Bei dem innigen Zusammenhänge der Human-Medizin mit Tier-Heilkunde in der ältesten Zeit, in der die Theorie der 23 post dir. des Vesuvs umfang- ein der x) Bauer, Tetanus, im Handbuch der Speziellen Pathologie und Therapie von v. Ziemssen, II. Aull., 1877, XII. Bd. II. Hälfte p. 336. 9 Sprengel, Geschichte der Arzneikunde, 4. Aut!., Leipzig 1846, I. Bd., 1. Abtlg., p. 468 (nach Cael. Aurel, acut. I, 12 p. 39 Hg.). 3j C. Plinii Secundi Xaturalis Historia, Libr. XXXVII, Recensuit et Commentariis criticis indicibusque instruxit Julius Sillig, Gothae 1858, Volum VIII, ]). 114.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24878960_0014.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)