Über den Rhodangehalt des Speichels syphilitischer : Inaugural-Dissertation ... / vorgelegt von Jakob Schmitt.
- Schmitt, Jakob.
- Date:
- 1914
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Credit: Über den Rhodangehalt des Speichels syphilitischer : Inaugural-Dissertation ... / vorgelegt von Jakob Schmitt. Source: Wellcome Collection.
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![Fernere Untersuchungen über diesen Gegenstand führten ohne Zweifel zu einem überraschenden Resultate; vielleicht ergäbe sich unter anderem auch, daß die berüchtigte Tofana keine bloße Mähre sei. Viele ausgedehnte Untersuchungen (Grober, Krüger) haben nun Licht in diese Angelegenheit gebracht und be- wiesen, daß das Rhodankalium ein physiologisches Stoff- wechselprodukt des normalen Menschen ist. Sowohl Jm Speichel einer Parotisfistel (Mitscherlich), als auch in dem abgefangenen Speichel anderer Drüsen (Longet) wurde Uhodan nachgewiesen und damit die Ansicht von Hoppe- Seyler widerlegt, daß sich die Schwefelbhuisäure erst im Munde bildet. Außerdem wurde gerade bei Carios der Zäiine und sonstigen faulen Prozessen im Munde (Michel, Loh- mann [3]) auffallend wenig oder gar kein Rhodan im Speichel gefunden. Somit dürfte nun wohl die Meinung, lUiodankalium sei ein zufälliges Zersetzungsprodukt, end- gültig verlassen sein. Die Überzeugung Eberles, daß dem Eiweißstoffwechsel bei dem Zustandekommen des Rhodans eine besondere Bedeutung beizumessen sei, die er schon 1834, vielleicht unbewußt, vertrat, hat sich als richtig er- wiesen. Auf eine eventuelle Wechselbeziehung zwischen der Rh(»danproduktiün und dem Eiweißstoffwechsel machte 1877 Münk aufmerksam. Vielleicht, sagt er, steht die Menge des Rhodans in einem ebenso konstanten Verhältnis zu dem N-Gehalt des Harns, wie dies für den Schwefel der-Fall ist. Als bedeutender Fortschritt erscheint daim die Arljeit Gröbers (12). Er hält es für wahrscheinlich, daß das Rhodankalium aus den Cyanverbindungen als Spaltungs- produkt der Eiweißkürper entsteht, die wegen ihrer großen Giftigkeit für den Organismus durch den Zutritt des ver- fügbaren Schwefels in die weniger giftigen Rhodanver- bindungen umgewandelt werden. Da er von der Annahme ausging, daß verfügbarer, nicht oxydierter Schwefel stets im Körper vorhanden sei, gab er Versuchspersonen mit](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24758425_0009.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)