Die Faeces des Menschen im normalen und krankhaften Zustande : mit besonderer Berücksichtigung der klinischen Untersuchungsmethoden / von Ad. Schmidt und J. Strasburger.
- Schmidt, Adolf, 1865-1918.
- Date:
- 1905
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Credit: Die Faeces des Menschen im normalen und krankhaften Zustande : mit besonderer Berücksichtigung der klinischen Untersuchungsmethoden / von Ad. Schmidt und J. Strasburger. Source: Wellcome Collection.
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![Allgemeine Zusammensetzung der Faeees und Methodik der Untersuchung. An der Zusammensetzung der Faeces betheiligen sich Substanzen sehr verschiedener Herkunft, die man in folgende Gruppen gliedern kann: 1. Nahrungsreste, und zwar a) Unverdauliche ßestandtheile der Nahrung (Nahrungsschlacken). b) An sich verdauliche, aber aus irgend einem Grunde nicht rc- sorbirte ßestandtheile der Nahrung (Nahrungsreste im engeren Sinne). 2. Reste der in den Yerdauungsschlauch ergossenen Secrete. 3. Producte der Zersetzungsvorgänge innerhalb des Darrakanals (ein- schliesslich der sie bedingenden 3Iikroorganismen). 4. Geformte und ungelormte Producte der Darmwand (ausser den sub 2 aufgeführten Secreten). 5. Zufällige ßestandtheile. Es ist nicht möglich,- eine scharfe Grenze zwischen physiologischer und pathologischer Zusammensetzung der Faeces zu ziehen, etwa in der Art, dass man die unter 4 und 5 aufgeführten Theilc als pathologische den unter 1 bis 3 genannten als normalen gegenüberstellt. In jedem einzelnen Falle hängt die ßeurtheilung dessen, was in den Excrementen krankhaft oder normal ist, von einer Summe von Factoren ab, als da sind: Zusammensetzung der Kost, Art der Nahrungsaufnahme, individuelle Leistungsfähigkeit des Darmes, Schnelligkeit der Passage u. s. w. Im Folgenden sollen nur einige fundamentale Thatsachen kurz erwähnt werden. 1. a) Nahrungschlacken. Als absolut unverdaulich sind von den mit der gewöhnlichen Nahrung eingeführten Stoffen nur sehr wenige zu bezeichnen, nämlich: Hornsubstanzen, verholzte, verkorkte und cutinisirte Cellulose, Harze, Wachsstoffe; von den aussergewöhnlich eingeführten mehrere: Chitin, gewisse organische und anorganische Salze etc. Relativ unverdaulich, d. h. nur von einem der Hauptverdauungssäfte angreifbar oder nur unter Zuhilfenahme der Mikroorga- nismen löslich, sind: collagenes ßindegcwebei), Gräten, Knochen2) (nur im Magen- saft löslich), Nuclein^) (nur im Pancreassaft löslich), Cellulose. Im w^eiteren 1) Kühne. Verh. d. naturlüstur. Vereins zu Heidelberg. N. F. 1. 1877. ■ S. 194. 2) Knut Taber, Berl. klin. Wocheuschr. 1898. No. 35. 3) A. Schmidt, Deutsche medicin. Woehensebr, ]89i). No. 49.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21507715_0015.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)