Medicinischer Volksglauben u. Volksaberglauben aus Schwaben / Eine kulturgeschichtliche Skizze.
- Buck, Michael Richard.
- Date:
- 1865
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Credit: Medicinischer Volksglauben u. Volksaberglauben aus Schwaben / Eine kulturgeschichtliche Skizze. Source: Wellcome Collection.
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![lüctj: fios, bcn ^ufjvücfeu rclo, bie ilHÖcficI o-nudo, bic ^'norpel gnaisbl, grusbl. 5Der 0d)iüa6e lauft, cv gcljt cv lauft aber nldjt, foubcru er sbringt; luo bcv .s^üdjbeutfcfjc fpviuc;t, ba fiidt er, imb luo c§ enblid) ben ©djviftbeutfdjcu jud't, ba „beifjt e§ iljn. 6. (5 i n g e lu e i b e. (inngsclileclit.) ®aö ©armroljv in feinen üerfdjiebenen idbtljeiinngen ^ei^t fd;tedjtiueg: s kiittlowcork, clr kuttlo- sack, s därmwerk. ©ie klinge Ijeijjt: limko, bie Seber: s glibr, bie iDtilj: sgmilz, bie Stieren: d.niarlo, ba§ ©efröfe: s grcisch, bie .S^arnblafe: d.blätr, d.wassrblW, bie (E'ierftöde: d.rauso, bie ©ebär^ mutter: d.müotor; mottr, S)en Stanm ^luifdjen ben 0berfd;enfeln nennt man: d.gritts, da-neottr, s.befle~, s.lieislc~. (Slnlenb. öeg., Fol.52t>: vnd was das kind (sant raarclalis) das vnser lierr in sin hüflin ge- stcllet liet vnd sein liant auf es leget vnd sprach: es sey dan das ir werdent als das kind —.) ©er ßeib mirb im ©d)erj nnb im Sieb oft mit einem 33auernl)an§, mit einer Sl^üfjle, mit einem ^-äfsdjen oerglidjen. Set^tern 33ergleid) liebte and) Diabolus: 2lnlenb. Seg., Fol. 66: do sprach der veind eines- mals auss im: mich mag niemand vertreiben auss disem vesslin. 2lnftatt atljmen fagt man: schnoufo, ftatt fenf^en: on heto la~o~, ftatt meinen: ha~e~n9, ftatt lauen: kuio, ftatt raieberlanen: daibo (bal)er ber ©pit^name: daibor). ©er ©peidjel Ijei^t: gspui, gäe~fr, gspäe''zl. 3f^ ber S}htgen leer nnb er Innrrt, bann fagt man: r.suocht. ©ie ißerbannngäarbeit be§ SSZagenä ftellt man fid) al§ bie snfammen= gefegte 2;i)ätigleit gmeier SJliiljlfteine nnb eine§ £od)l)afen§ oor. ©er Silagen ift gleid)fam ber Obergeneral aller O^ätigleiten im menfdjlidjcn Körper, ©o lange ber alfo oerbant, fo lange ber SJienfd) effen mag, plt iitan i§n and) nid)t für Iran!. Slnr menn e§ adjn lange mit bem guten Slppetit fort nnb mit ber ^raft 5iirüdgel)t, al)ut man, bap i]}a= tient ein „3el)rer fein lönnte, ber trot^ beg oielen „Sinjel)ren§ an§= Se^re'h SSoin SHagen lommt ©d)iuinbel nnb ^opfmel), benn bie ©dmpfe beä lod)enben Sllagenö fteigen in ba§ ®el)irn, finb fie guter Oefd)affen^ l^eit, fo ftdrlen fie bag §irn, finb fie übler Slatnr, bann gel)t ba§ „Äopfoerftriden lo§. 25on einem guten Silagen fagt man, baff er 9lojf= ndgel oerbane, ein fd)lec^ter tdnfd)t oor, al§ liege nad) bem ©ffen ein Wiefel im SHagen. O^ut er feine ©ctinlbigleit nid)t, fo rairb er mit ©emür^en, namentlid) mit ifSfeffer, ^almn§, Sldgeleingeraürge, i]3iement, SBad)^olberbeeren ober einem alten „^riefenm aff er an feine Slrbeit ge= ma^nt. ©er ©armlanal ift raeiter nid)t ndlier belannt, man raeijf nur non großen nnb Iteinen ©drmen, letztere gelten für mid)tiger. ©aä Rollern im ©arm nennt man: güdora, bie f^ifte: bläst, fiz. ©ie ©efdeation ^at nod) in allen alten S3anernl)dnfern bie llaffifdje Oe_seid)s nung, melcfte man im ©d)eller neben cacare lefen lann. @npl)emiftifd) brüdt man fid) biSmeilen in ber Sld^e eine§ ,'Qairle§ ober einei .^erren meltlid)en 23ernf§ au§: schimpDj-lo, bimporlo, hubälo, über d.hoso](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24873159_0029.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


