Pharmakognosie des Pflanzenreiches / von F.A. Flückiger.
- Friedrich August Flückiger
- Date:
- 1881-1883
Licence: Public Domain Mark
Credit: Pharmakognosie des Pflanzenreiches / von F.A. Flückiger. Source: Wellcome Collection.
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![} Blätter und (zum Theil blühende) Kräuter. Herba Jaceae. Freisamkraut. Stiefmütterchen. — Pensee sauvage. — Pansy. Viola tricolor L. ist im grössten Theile der nördlichen Halbkugel bis zum Mittelmeergebiete eines der gemeinsten Unkräuter, das hoch in die Gebirge ansteigt und in ziemlich abweichenden Spielarten auftntt. Aus der schwachen ein- oder zweijährigen Wurzel gehen hohle, auf- rechte oder doch aufstrebende, kantige, fusshohe Stengel hervor, welche kahl oder etwas behaart sind. Die Knoten der Stengel sind nur wenig verdickt und mit gestielten, länglich lanzettlichen, zu unterst eiförmigen oder nahezu herzförmigen, fast ganz kahlen Blättern besetzt. Die obern, gegen 4 Centi- meter langen Blätter tragen bis 5 Paare kleiner Sägezähne, die untern sind mehr ausgeschweift und deutlicher gestielt. Der Blattstiel wird an Länge übertroffen von den beiden leierförmig fiederspaltigen Nebenblättern, deren ansehnlicher Endlappen oft fast dem Hauptblatte an Umfang gleichkommt. Aus den Blattwinkeln erheben sich die schlanken, bis 8 Centimeter langen Blüthenstiele mit je einer ungleich fünfblätterigen, fast lippen- förmigen Blume von vorherrschend blass violetter oder mehr weisslich gelber Farbe mit violetten Streifen. Noch beträchtlichere Abwechslungen in der Färbung und Grösse der Blumenkrone entstehen in der Cultur. Der fünf- theilige bleibende Kelch erhält ein eigenthümliches Aussehen durch die 5 Lappen, in welche seine Abschnitte nach unten endigen. Sie treten um so mehr hervor, als das oberste Stück des Blüthenstieles hakenförmig ge- krümmt zu sein pflegt. Die Pflanze trägt in unsern Gegenden vom Mai bis zum Winter Blüthen und grüne, eiförmig dreiseitige, gleich den Blumen abwärts gebogene Kapsel- früchte, welche sich zuletzt in 3 Klappen öffnen und zahlreiche Samen aus- treten lassen. Die an Viola tricolor spärlich vorkommenden stumpfen Haare sind ein- zellig, mit starker, warziger Wand. Den Blattzähnen sind von hanstein') eingehend beschriebene und abgebildete „Zotten“ aufgesetzt. Das innere Gewebe der Blätter und Stengel, sogar der Blüthentheile. ist reich an Calciumoxalat. *) Botanische Zeitung 1868, 751 und .Fig. 103 bis 114. — Über „Zotten“ vergl. de bar\,. Anatomie 58. 63. 71. — Viola tricolor im besondem: adolf meyer, AMraktöristik officineller Blätter und Kräuter, Halle 1882, p. 26. Flückiger, Pharmakognosie. 2. Auf], 39](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2810867x_0639.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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