Ueber die Eigenschaften eines von Ziegen gewonnenen Antityphusserums / von Allan Macfadyen, Lister Institute of Preventive Medicine, London.
- Macfayden, Allan, 1860-1907
- Date:
- 1906
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Credit: Ueber die Eigenschaften eines von Ziegen gewonnenen Antityphusserums / von Allan Macfadyen, Lister Institute of Preventive Medicine, London. Source: Wellcome Collection.
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![Die Tabelle demonstriert nochmals das Erzeugen in deutliche Menge eines Antiendotoxins. Der antiendotoxische Wert war so wei erhöht, daß schon Vso ccm Serum der Ziege II genügte, um ein Kanin chen gegen 30 tödliche Dosen des Giftes zu schützen. Trotz Injizieren relativ kleinerer Mengen des Zellsaftes als in Ziege ' waren die Resultate, was antiendotoxische Wirkung betrifft, äquivalent und eine deutliche Steigerung der Immunität nachweisbar. Diese Steige rung hervorzubringen, war das schwierigste Problem, das ich zu lösei hatte und es ist mir so weit gelungen. In folgenden Versuchen wurden Serum und Gift simultan, aber ge trennt injiziert. Kaninchen I: Erhielt 15 tödliche Dosen Typhuszellsaft in di« rechte und 1 ccm Serum in die linke Ohrvene. 20 Minuten späte] wurde noch 1 ccm Serum injiziert. Das Tier lebte. Kaninchen II: 5 tödliche Dosen Endotoxin in die rechte unc 1 ccm Serum in die linke Ohrvene. Das Tier lebte. Kaninchen III: 5 tödliche Dosen in die Ohrvene und 3/4 Stund« später am Anfang der toxischen Symptome 2 ccm Serum. Das Tier lebte Dit antiendotoxische Wirkung war also auch unter diesen Bedingunger gelungen. Das Agglutinintitrat des Serums war im Laufe der Immunisierung auch schwankend. Der höchste Titer war bei Vioooooo Serumverdünnun^ nachweisbar. Vio ooo ccm des Serums schützte Meerschweinchen gegen 10 tödlich« Dosen Typhusbacillen. Das Serum war auch gegen das Choleraendotoxin in folgender Weis« probiert: 1/2 ccm Typhusserum wurde mit drei tödlichen Dosen Cholera endotoxin gemischt und nach 1/2 Stunde bei 370 C dem Kanincher intravenös injiziert. Das Kaninchen starb 21/2 Stunde nach der Injektion Dadurch war bewiesen, das V2 ccm von Typhusserum, wovon Vso ccn gegen 30 Dosen des Typhusendotoxins schützte, nicht fähig war gegei drei tödliche Dosen Choleraendotoxin zu schützen. Insoweit war das Serum spezifisch. Das Serum der Ziege II wurde für Präzipitinreaktionen gegen der frischen Typhuszellsaft geprüft. Das Resultat war negativ in Ver dünnungen von 1:10, 1:100 und 1:500. — Es waren keine bemerkbarei Präzipitine im Blut vorhanden, trotz der deutlichen antitoxischen Wir kung des Serums. Schlußfolgerungen. 1) Durch intravenöse Behandlung der Ziege mit toxischen Zellsäftei der Typhusbacillen (in der beschriebenen Weise gewonnen) in kleiner und sehr vorsichtig regulierten Mengen, ist es möglich geworden, eir Antiendotoxin zu gewinnen. 2) In dieser Weise ist es auch möglich geworden, eine prägnant« Steigerung des antitoxischen Wertes des Serums zu erzielen — inden Vso ccm 30 tödliche Dosen des toxischen Zellsaftes neutralisierte — ein« Eigenschaft, die nicht in 3 ccm normalem Ziegenserum vorhanden ist 3) Nach weniger als 4 Monate langer Behandlung der Ziege wurder diese Resultate schon erzielt. Sie sind nach einer rascheren Immuni sierungsmethode unweit besser als die von Besredka mit toter und lebenden Bacillen erhaltenen, nach 2 Jahre langer Behandlung eines Pferdes.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30799685_0008.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


