Die verschiedenfachen Lagerungen der Kranken bei Operationen : ein neuer Operationstisch / von Otto Ihle.
- Ihle, Otto, 1862-
- Date:
- 1896
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die verschiedenfachen Lagerungen der Kranken bei Operationen : ein neuer Operationstisch / von Otto Ihle. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The Royal College of Surgeons of England. The original may be consulted at The Royal College of Surgeons of England.
23/24 (page 23)
![festo-eknüpft mul soilaun die Kranke über die Kante des Tisclies liervorgezogen. Ist die Patientin auf diese Weise in Steissrückenlago befestigt, so kann man auch hier selbstverständlicli nocli weitevliin die Platte des Tisches durch den an der unteren Schraubenspiiulel angesteckten Drehling in beliebigem Grade heben oder senken mul somit bald Schiefla^ernng, bald Leberlml) hersteilen. Es erwachsen aus dieser Möglichkeit eine Reihe erheblicher Vortheile. Senkt man die Platte in der Weise, dass der Steiss tiefer als der Kopf zu liegen kommt, so hat dies zur Folge, dass sowohl Blutmengen als Spül-und sonstige Flüssigkeiten, die sich vor und besonders wälirend einer vagi- nalen Operation regelmässig bei horizontaler Geradlagerung im hinteren Scheidengewölbe an- sammeln würden, leicht von selbst nach aussen gelangen. Wenn man dagegen die Platte so neigt, dass das Kopfende der Kranken tiefer zu liegen kommt, und der Steiss höher tritt, so gelingt es in vielen Fällen, eine genauere Diagnose durch die combinirte Untersuchung zu stellen. Adnextumoren, selbst sehr grosse, die in Gerad- lagerung dem Uterus dicht ge- drängt anliegen, so dass sie von ihm nicht deutlich gesondert patpirbar sind, und ihr Stiel nicht zu fühlen ist, fallen ver- ]?jo-. ]4, möge der eigenen Schwere nach ” dem Oherbauch zu. Man kann jetzt zwischen Tumor und Uterus mit dem Finger eindringen. Der Stiel wird straff gespannt und deutlicher fühlbar. Die Därme fallen vom Unterbauch hinweg. Das Ergebniss der Palpation ist in jeder Beziehung klarer. Mache ich eine vaginale Uterusextirpation, so benutze ich, um dem häufigen Vorfall der Därme sowohl in die Scheide, als zwischen Finger und Instrumente vorzubeugen, schon lauge nicht mehr das in seiner Wirkung un- vollkommene Mittel, den Dann durch taraponireude Gazen oder Schwämme innerhalb des Bauchraumes zurückhalten zu wollen, sondern ich lasse die Tischplatte rasch vom Narkotiseur neigen, bis eine solche Erhebung des Beckens eintritt. dass die Därme in den Oberbauch zurückfallen und während der ganzen Dauer der Operation weder zu Ge.sicht kommen, noch irgendwie belästigen. Die Abbindung oder Abklemmung der lig. lat. geht auf diese Weise leichter, freier und schneller von Statten. In Fig. 12 und 13 ist diese Neigung der Tischplatte gleichzeitig angedeutet. Tritt im Verlaufe einer Operation in Steissrückenlage Collaps bei der Patientin ein, so springt Fritsch attf seinen Operationstisch und hebt die Kranke an den Füssen empor, so dass der Kopf nach abwärts hängt. Bei Gebrauch meines Operationstisches wird derselbe Zweck in viel einfacherer und schnellerer Weise dadupeh erreicht, dass die Platte des Tisches auf 45 Grad geneigt wird. Durch Umdrehung der an der unteren Schraubspindel an- gesteckten Kurbel gelingt dies, wie bereits mehrfach erwähnt wurde, innerhalb 15 .Seennden. Gleichzeitig ist hierbei noch der Vortheil vorhanden, dass der Kranke selbst nirgends angefasst zu werden braucht und deshalb die Asepsis des Operationsbereiches in keiner AVeise gestört wird. Hiermit scbliesse ich meine Erörterungen über die verschiedenfachen Lagerungen der Kranken während der Operation. Aus den Darlegungen, welche ich hinsichtlich meines Operationstisches gegeben habe, geht wohl](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22330392_0025.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)