Die verschiedenfachen Lagerungen der Kranken bei Operationen : ein neuer Operationstisch / von Otto Ihle.
- Ihle, Otto, 1862-
- Date:
- 1896
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Credit: Die verschiedenfachen Lagerungen der Kranken bei Operationen : ein neuer Operationstisch / von Otto Ihle. Source: Wellcome Collection.
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![Sonderahdntck nus der Münchener Medizinischen Wochenschrift No. 33 u. 34, 1896. Die verschiedenfachen Lagerungen der Kranken bei Operationen.) Ein neuer Operationstisch, j Von Dr. niecl. Otto Ihle in Dresden. Die nach Trendelenburgi) benannte Scliieflagerung-, welche darin besteht, dass bei Vornahme des Bauchschnittes das Becken des Kranken höher al.s der Oberkörper gelegt wird, bedingt bekanntlich eine wesentliche Er- leichterung der Operation. Denn bei ihrer Anwendung fallen die Därme toii selbst innerhalb der Bauchhöhle aus dem kleinen Becken und Unterbauch weg und sinken in den Oberbauch hinein, wo sie in der Gegend des Magens und in der Kuppe des Zwerchfelles Platz finden. Die Beckenhöhle selbst ■\vird frei und ohne W eiteres ansichtig. Die Vortheile, die hierdurch entstehen, sind mannigfaltig. Die Orientirung über die anatomischen Verhältnisse des Falles ist bedeutend erleichtert. Direct unter Leitung des Auges lassen sich alle im Bereiche des Beckens nothwendigeu Eingriffe vornehmen. Es lassen sich ^ebenverletzungen leichter vermeiden, Verwachsungen, selbst solche aus- gedehnter Art sicherer durchtrennen, blutende Stellen schneller aufsuchen und besser versorgen. In den Fällen, wo es sich um die Entfernung von Geschwulst- bildungen handelt, die vom weiblichen Genitalcanal ausgehen, hat die Anwendung der erwähnten Lagerung noch einen anderen Zweck. Die zu entfem^den Tumoren ziehen vermöge der eigenen Schwere ihren Stiel näher an die Bauchwunde heran und erleichtern dadurch die Absetzung desselben. Stiel und Ligamenta lata entfalten sich selbst. Bei der Geradlagerung ‘ sie durch das Gewicht des Tumors gerade umgekehrt in die liefe des kleinen Beckens hineingedrückt und sind dem Operateur schwer zngangig. ^ Zum Mindesten eine, nach Befinden aber mehrere aseptische Personen .sind eigens zum Emporhalten des Tumors, wenn er halbwegs einen grosseren Lmfang hat, während der Dauer, wo die Verbindungen desselben versorgt werden sollen, nöthig. Die Zahl der aseptischen Gehilfen sollen wir ^{^'] vermehren, um die Sicherheit der Asepsis nicht zu ) Tr endelenbui'i' demonstrirte 1890 auf dem Cliirurgencongress seinen ifiü' bestimmten Stuhl. König gab bereits 188o m seinem Lehrbuch für .specielle Ohirurgie, IV. Aull., Bd. II, nag. 194 u'’ kl Bauc^chnitten „das Vorfällen der Därme am sichersten durch J-lochla^eimng des Beckens vermieden wird“. Neuerdings hat AV. A. Freund 1 tt-J Neuerung für sich in Anspruch genommen, da er schon 1» «bei seiner lustorischen Utenisexstirpation das Becken, um einen bequemen und freieren Einblick zu gewinnen, hochlagerte.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22330392_0003.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)