Über das Wesen der Osteomalacie und seine therapeutischen Consequenzen : ein Beitrag zur Lehre von den Krankheiten der Schilddrüse : nebst Bemerkungen über den seelischen Zustand bei der Knochenerweichung / von Ernst Hoennicke.
- Hoennicke, Ernst.
- Date:
- 1905
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![ihre Prognose ist beinahe absolut infaust, während die puer- perale Osteomalacie sich gerade durch häufige Keinissionen äuszeichnet und in vielen Fällen definitiv ausheilt. Endlich ist der anatomische Befund von demjenigen bei der puerperalen Form wesentlich verschieden. [Beginn (wohl Sitz ausserhalb des Beckens gemeint) Zysten, Milchsäure.]“ Er führt hierzu Fälle von Guss mann, Schmidt, Langen dorf und Mommsen, Mac Intyre, Lobstein etc. an. Das war 1891. Von allen diesen Gründen erweist sich heute keiner mehr als stichhaltig. Die Publikationen seit Gelpke haben neues Material und eine breitere Unterlage für die Beurteilung dieser Frage ergeben. Nichtpuerperale Osteomalacie ist gerade auch da zur Be- obachtung gelangt, wo puerperale Osteomalacie häufig auftritt. Truzzi in Mailand, Ho fm ei er in Würzburg führten zuerst bei Nulliparen die Kastration mit Erfolg aus, beide in Gegen- den endemischer Osteomalacie. Seitdem hat man die nicht- puerperale Osteomalacie der Frauen von der senilen und männlichen getrennt und der puerperalen gleichgestellt und zwar wegen des Erfolges der Kastration. Die relativ genauesten Kenntnisse von der Verbreitung der Krankheit besitzen wir mit Bezug auf Deutschland, Öster- reich-Ungarn, die Schweiz und Italien Hier besitzen wir aber zahlreiche Fälle von männlicher Osteomalacie gerade auch aus solchen Gegenden, wo puerperale vorkommt und z. T. direkt aus den Endemie-Gegenden, so z. B. von Gussmann (Württemberg), v. Bruns u. Küttner (Tübingen), Lange'n- dorf und Mommsen (Freiburg i. B.), Latz ko (Wien — 5 Fälle nach F. Hahn), Bibbert (Zürich), Strauscheid (Köln bez. Karlsruhe), Weismayr (Wien), Pommer (Graz), Immermann (Basel), Ble\;ler (Rheinau), v. Reckling- hausen (Strassburg). In Nordostdeutschland ist nichtpuerperale Osteomalacie ebenso extrem selten bez. entsprechend seltener wie puerperale. Vergl. auch F. Hahn. Die senile Osteomalacie wurde aus der Rheingegend (Bonn — Ribbert, Mainz — S chiff m ach er) beschrieben. Die nichtpuerperale Form ist keineswegs eine Krankheit gerade der besser Situierten und ebensowenig werden ledig-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22397760_0014.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)