Die Pilzthiere oder Schleimpilze : nach dem neuesten Standpunkte bearbeitet / von W. Zopf.
- Zopf, W. (Wilhelm), 1846-1909.
- Date:
- 1885
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Credit: Die Pilzthiere oder Schleimpilze : nach dem neuesten Standpunkte bearbeitet / von W. Zopf. Source: Wellcome Collection.
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![G, Mycetozoen. Mo nadinen. Vainpyrella pendula (Sporen) Leptophrys vorax (Cienk.). Psetidospora in/estans Z. Vampyrellii Spirogyrne Nuclcaria. andere Formen. Leptophrys vorax (Ciknk.). ....... eine Pseiidospora (in/estans Z.r) II. Thiere. Euglenen (Sporen) Leptophrys vorax (Cienk.). V. multiformis Z. Peridniien Protoniyxa aurantiaca Hack. Myxastrum radians Häck. Infusorien | Crustaceen (Nauplius-Yoxm) ]Myxastrum radians Häck. Muskeln der Schweine Haplococcus reticulatus Z. Darm von Menschen Noch näher zu untersuchende For- men (Amoeba coli). Aus dieser Uebersicht, die z. Th. auf den Beobachtungen Cienkowski's, Haeckel's, Woronin's, Klein's, zum grössten Theil aber auf eigenen mehrjährigen Beobachtungen basirt, ergiebt sich, dass bereits eine nicht unbeträchüiche Zahl lebender Organismen als Substrate oder Nahrungsmittel niederer Mycetozoen bekannt sind, und hieran knüpft sich die Vermuthung, dass weitere Forschungen, für die hier noch ein grosses Feld, jene Zahl um ein Beträchtliches erhöhen werden. 1) Wenn die Mycetozoen einerseits als Feinde anderer Lebewesen auftreten, so erfahren sie andererseits selbst wieder mannigfache Nachstellungen, und zwar nicht nur von Seiten der Thiere (z. B. von Infusorien, Räderthierchen, Würmern, Insectenlarven etc.), sondern auch seitens der Pilze, und selbst von ihres Gleichen werden sie angegriffen und vernichtet. So dringen, wie ich beob- achtete, manche Phycomyceten (Pythium-^x\kg€) in die Sporocysten der ver- schiedensten Psetidospora-hxiitxi (Ps. in/estans etc.) ein, um die Sporen abzutödten und ihren Inhalt zu verzehren. So schmarotzt ferner auf der von Chlamydo- monaden sich nährenden Mastigomyxa avidaz und zwar auf deren noch umher- schwärmenden Zoosporen ein zierliches Rhizidiuni (Rh. cquitans Z.) oft zu mehreren Individuen auf derselben Schwärmspore auftretend. In die Sporo- cysten von Vanipyrella Spirogyrae und Diplophysalls Nitellaruni dringt ein kleiner Vampyrellenartiger Parasit ein, welcher den Inhalt der Sporen aufnimmt und sich dann encystirt. ') Es ist mir in hohem Grade wahrscheinlich, dass die Mehrzahl der Wasserpflanzen aller Gruppen, auch die Meerespflanzen, soNvie viele Sumpfgewächse, von Mycetozoen inficirt werden. Die Florideen und Fucaceen scheinen auf diesen Punkt hin noch gar nicht untersucht tu sein. Von der Thatsachc ausgehend, dass alles Wasser, welches in geringerer oder grösserer Menge faulende organische Theile enthält, auch mehr oder minder reich an niederen Mycetozoen ist, gelangt man ferner zu der naheliegenden Vermuthung, dass manche derjenigen Thiere, welche ihre Nahrung in solchem Wasser suchen (wie Fische, Schwimmvögel, Sumpfvögel, Amphibien) oder solciie, welclie in Misttlimpcln, Gossen, Schlamm etc. wühlen (wie Schweine, Ratten etc.), Infektionen jener Organismen vom Darmkanal aus zu erleiden haben durften.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22301689_0016.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)