Ausführliches Lehrbuch der pharmaceutischen Chemie / bearbeitet von Ernst Schmidt.
- Date:
- 1901
Licence: In copyright
Credit: Ausführliches Lehrbuch der pharmaceutischen Chemie / bearbeitet von Ernst Schmidt. Source: Wellcome Collection.
46/820 page 1176
![Früchte von Heracleum sphondylium vor (s. S. 264). Der im wässerigen Destillate verschiedener Pflanzen (s. S. 187) auftretende Methylalkohol: CH3. OH, dürfte nur ein Zersetzungsproduct zusammengesetzter Methyl- äther sein. Einatomige Alkohole der Diolefine (s. S. 139) sind das Linalool: C10H17.OH, und das Geraniol: C10H17.OH; ein Olefinalkohol ist das Citronellol: C10H19.OH. Das Linalool: ^>C=CH—CH2—CH2—C(CH3)-CH = CI12 (Lica- reol, Coriandrol), ist in einer rechts- und einer linksdrehenden Form be- kannt. -j- Linalool findet sich im Corianderöl. — Linalool kommt, bis- weilen mit etwas -f- Linalool gemischt, vor im Aloeholzöl, Licariöl, Bergamottöl, Citronenöl, Neroliöl, Limettöl, Lavendelöl, Spiköl, Thymianöl, BasilicumÖl, Salbeiöl, Ylang-Ylangöl, Sassafrasblätteröl etc. Farbloses, maiblumenartig riechendes Liquidum: Siedep. 197 bis 199°C.; specif. Gewicht 0,872 bei 17,5°C. Bei vorsichtiger Oxydation mit Kaliumpermanganat geht das Linalool zu- nächst in Metliyl-Hexylenketon: CH3—CO—C6HU (s. unten), bei weiterer Oxydation in Aceton und Lävulinsäure (s. S. 911) über. Bei der Oxydation mit Kaliumdichromat und Schwefelsäure erleidet das Linalool zunächst eiue moleculare Umlagerung zu Geraniol, welches dann weiter zu Citral (s. unten) oxydirt wird. Linaloolacetat: C10H17.0C2H30 (Linalylacetat), findet sich in dem Bergamottöl, Lavendelöl, Neroliöl, Limettöl, Salbeiöl, Sassafrasblätter- öl etc. Künstlich wird es erhalten durch Erhitzen von Linalool mit Essig- säureanhydrid. Letzterer Aether, welcher stets etwas Geraniol- und Terpi- neolacetat enthält, kommt als „Bergaminol“, als Ersatz für Bergamottöl, in den Handel. Das Linaloolacetat ist eine farblose, angenehm bergamottölartig riechende Flüssigkeit, die sich unter gewöhnlichem Druck und mit Wasserdämpfen nicht ohne Zersetzung destilliren lässt. Auch das Linaloolacetat kommt in einer rechts- und linksdrehenden Form vor. Bei 10 mm Druck siedet es bei 100 bis 102° C.; das specifische Gewicht beträgt 0,898 bei 15° C. Durch längeres Schütteln mit verdünnter Schwefelsäure geht Linalool in Terpinhydrat (s. dort) über.] Geraniol: ^3>CH— CH2— CH=CH—C(CH3)=CH—CH4. OH (Rlio- dinol), bildet den Hauptbestandtheil des Palmarosaöls, des echten Rosenöls und des Citronellaöls. Auch in vielen anderen ätherischen Oelen sind kleine Mengen von Geraniol enthalten. Dasselbe ist eine rosenölartig riechende, etwas ölige, optisch inactive Flüssigkeit, welche bei 229 bis 230° siedet. Das specifische Gewicht beträgt 0,880 bis 0,883 bei 15° C. Zur Isolirung des Geraniols verreibt man die betreffenden Oele mit dem gleichen Gewacht staubfein gepulverten, zuvor frisch geschmolzenen Chlor- calciums, wobei sich die Mischung auf 30 bis 40° C. erwärmt. Die Masse wird dann im Exsiccator in die Kälte gestellt, wodurch sich allmälig kry- stallinisches Geraniol-Chlorcalcium: 2C10H18O -f- CaClÄ, ausscheidet. Das feste Product wird hierauf zerkleinert, mit Aether gewaschen, mit Wasser zerlegt und das ausgeschiedene Geraniol schliesslich mit Wasser- dämpfen abdestillirt. Als primärer einatomiger Alkohol geht das Geraniol bei vorsichtiger Oxydation zunächst in den entsprechenden Aldehyd, das Citral: C10H16O (s. dort), und weiter in die correspondirende einbasische Säure, dieGeranium- säure: C10H16O2, über. Bei stärkerer Oxydation liefert das Geraniol Methyl -](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28123049_0046.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


