Gährungserscheinungen : Untersuchungen über Gährung, Fäulniss und Verwesung, mit Berücksichtigung der Miasmen und Contagien sowie der Desinfection : für Ärzte, Naturforscher, Landwirthe und Techniker / Mitgetheilt von Ernst Hallier ; mit einer Kupfertafel.
- Hallier, Ernst, 1831-1904.
- Date:
- 1867
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Credit: Gährungserscheinungen : Untersuchungen über Gährung, Fäulniss und Verwesung, mit Berücksichtigung der Miasmen und Contagien sowie der Desinfection : für Ärzte, Naturforscher, Landwirthe und Techniker / Mitgetheilt von Ernst Hallier ; mit einer Kupfertafel. Source: Wellcome Collection.
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![habe sie bei jeder geistigen Gährung beobachtet und gebe in der Folge mehrfach neue Belege dafür. Am vierten Tage war die Gährung lebhaft, Schlei den beobachtete Gasentwickelung und Bildung von ganz gleicher Ober- und Unterhefe. Sehr genau wird nun die Abschnürung der Hefezellen beschrieben (Tafel L Fig. 9 a—f] und abgebildet. Auch die Vacuolen werden sehr gut gezeichnet; wobei Schleiden bemerkt »ob Höhle, ob fester Kern wage ich nicht zu entscheiden.« Ein anderer Versuch wurde mit Protein aus Hühnereiwciss ange- stellt und gab ähnliche Resultate. Zuckerwasser, mit Flores samlmci und Protein angesetzt, erzeugte Körnchen »mit Molecularbewegung«, »einige erschienen z u s a m m e n g e r e i h t« , am vierten Tage Torulaceen, ver- schieden von den Hefezellen des ersten Falles, in längeren Reihen auf- tretend [O'idnim-Foxm]. Protein mit Wasser entwickelte zuerst Vegetabi- lien, darauf Infusorien (Fäulniss). Schleiden hat also die bei der Gährung auf tretenden 2ye/>^o^/^r^^-Ketten schon gesehen, ohne freilich den Zusammenhang mit der Gährung und Hefebildung zu kennen. Wir übergehen die übrigen Versuche, welche er anstellte, müs- sen aber noch auf das sehr wichtige Resultat hinweisen, welches sich ihm aufdrängte: »Es scheinen sich hier zwei ganz verschiedene Typen zu zei- gen, je nachdem die Gährungsflüssigkeit vegetabilische Säuren und äthe- rische Gele enthält oder nicht.« Diese Verschiedenheit zeigt sich im Vor- herrschen der Hefebildung, d. h. der vegetabilischen Bildungen oder der »Infusorien«. Dieser Ausspruch wird um so wichtiger, als er durch zahl- reiche Versuche Pasteur's bestätigt worden ist. Pasteur kennt die Leptothix-YMliiwn^en nicht; er weiss nicht den wesentlichen Unterschied zwischen Bacterien und Vibrionen einerseits und Bruchstücken der Leptothrix-T^etten andererseits, wohl aber unter- scheidet er zwei durchaus verschiedene Typen der Fäulniss, welche er auf pflanzliche und thierische Einwirkung zurückführt. Er weiss sehr gut, dass bei einem Auftreten der Bacterien und Vibrionen er keine Pilz- bildung vor sich habe und hätte Klob Pasteur's Arbeiten gelesen, so würde er nicht alle stabförmigen Körper wieder unterschiedslos als Bacte- rien und Vibrionen bezeichnet, noch weniger aber, ohne den geringsten Grund anzuführen, schlechtweg für Pilzbildungen erklärt haben. Er wi- derspricht sich übrigens mehrfach, wie man durch Vergleich von p. 27 Z. 3—12 und p. 54 oben beispielsweise erkennt. Aber Pasteur kennt auch die Bedingungen der Entwickelung thierischer oder pflanzlicher Or- ganismen sehr gut, wie wir das nicht nur später mehrfach, sondern jetzt gleich an demjenigen Beispiele nachweisen wollen, Avelches mit der Schleiden'sehen Beobachtung so grosse Uebereinstimmung zeigt. Er weist nämlich vielfach nach, dass die durch Vibrionen und Bacterien in](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21056596_0017.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)