Gährungserscheinungen : Untersuchungen über Gährung, Fäulniss und Verwesung, mit Berücksichtigung der Miasmen und Contagien sowie der Desinfection : für Ärzte, Naturforscher, Landwirthe und Techniker / Mitgetheilt von Ernst Hallier ; mit einer Kupfertafel.
- Hallier, Ernst, 1831-1904.
- Date:
- 1867
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Credit: Gährungserscheinungen : Untersuchungen über Gährung, Fäulniss und Verwesung, mit Berücksichtigung der Miasmen und Contagien sowie der Desinfection : für Ärzte, Naturforscher, Landwirthe und Techniker / Mitgetheilt von Ernst Hallier ; mit einer Kupfertafel. Source: Wellcome Collection.
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![EINLEITUNG. X/er von Needtiam und r)iiFFON auf der einen Seite, von Spali.an- ZANi auf der anderen Seite so lebliaft geführte Streit über die Generatio spontaneu bat in neuerer Zeit, durcb Pasteur's vortreffliehe Arbeiten an- geregt, wieder zabheicbe Gelehrte beschäftigt. Die Gährungserscheinungen unterscheiden sich augenföllig von an- deren Arten chemischer Zersetzung dadurch, dass sie nicht durch blosse chemische Affinität mehrer einander gegenseitig vertreibender, oft blos verdrängender, oft ersetzender chemischer Körper, mit einem Wort, dass sie nicht durch blosse Wahlverwandtschaft zu Stande kommen, sondern dass es zur Zerlegung der gährenden Substanz eines v(m aussen hinzutre- tenden Agens bedurfte, welches scheinbar selbst nicht an den Producten der Zersetzung theilnahm, nicht in die neu sich bildenden Verbindungen einging. üieses Agens konnte man, so lange man seine Natur nicht kannte, als ein unorganisches oder wenigstens nicht organisirtes ansehen, welches gew^issermassen die Erscheinung der Zersetzung auslöste, anregte, ähn- lich wie kleine Erschütterungen eine bis unter den Gefrierpunct abge- kühlte Wassermasse plötzlich zvim Gefrieren bringen und wie krystallisir- bare Flüssigkeiten leichter zur Krystallisation kommen, wenn die in der Luft befindlichen Stäubchen» auf die Oberfläche herabfallen. Gerade die- ser Vergleich mit den Krystallisationserscheinungen musste etwas sehr Bestechendes haben, l^ei der Krystallisation war ein blosser mechanischer Anstoss die Auslösung für energische, den Aggregatzustand umformende ]5ewegungen; warum sollte nicht das Ferment-ähnlich wirken? Warum sollte nicht durch Molecularkräfte des Ferments die man noch so wenig kannte, ja heutigen Tages so wenig kennt, der erste Anstoss gegeben werden zu einer vollständigen Entmischung, zu einer veränderten Anord- nung der Molecüle des gährenden Körpers? AVidersinniges hatte diese](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21056596_0013.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)