Das Venensystem des menschlichen Korpers / von Wilhelm Braune.
- Braune Wilhelm, 1831-1892.
- Date:
- 1884-1889
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Credit: Das Venensystem des menschlichen Korpers / von Wilhelm Braune. Source: Wellcome Collection.
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![dessen Fortsetzimgeu an der Schädelbasis Zuckerkandl genauer be- schrieben liat. Dieser Plexus sammelt den Haupttheil des Blutes der Arteria maxillaris interna, weicht aber in seiner Form .sehr von dem Ramilicatious- bilde der Arterie ab. Es muss an dieser Stelle, wo die Verschiebungen des Kiefergelent- fortsatzes mit den An- und AbschwcUungen der Kaumuskeln, wo die Be- wegungen der Pharynx wand so grosse Raumveränderungon erzeugen, wo die Theile bald nahe an einander rücken und dadurch die dazwischen gelegenen Organe stark pressen, bald weit auseinander weichen und an- saugend wii-ken, eine wechselnde Füllung und Entleerung der Venen, wahrscheinlich auch der Lymphgefösse, in grossem Maassstabe eintreten. Es ist zu vermuthen, dass der hier liegende Venenplexus in seiner Eutwicke- lung durch diese mechanischen Momente besonders gefördert worden ist, und zu untersuchen, ob nicht an gleicher Stelle sich starke Lymphgefäss- plexus vorfinden. Betrachtet man die Venenausbreitungen auf grösseren Flächen, wie z. B. auf den Magenwandungen, auf der Schädelfläche und dem Gesicht, auf der vorderen Rumpf wand, so erkennt man, dass das Bild der Venen- verzweigung sehr beträchtlich von dem der Arterienramification abweicht. Während bei den Arterienverzweigungen dichotomische Theilungen mit sehr spitzen Winkeln, unter stärkerer Abbiegung des schwächeren Astes (Roux), den starken Druck der Flüssigkeit gleichsam abspiegeln und die Anastomosen der Zweige nur untergeordnete Erscheinungen bilden, zeigen die Venen zwar auch dichotomische Theilungen und lassen nie drei oder mehr Aeste von einem Punkte nach Art einer Dolde abgehen, aber das Bild ist doch ein ganz anderes, als das der Arterien. Die Venen laufen wie träge Wasser- läufe mit geringem Gefäll in Windungen, zeigen nur geringe Caüberzunahme, theilen sich und vereinigen sich wieder, bilden Inseln und Plexus, zeigen aber vor Allem durch zahlreiche und mächtige Anastomosen mehr eine Netz- bildung als eine Verzweigung, und nehmen in sehr wechselnder Weise, sowohl nach Einfallswinkel als Cahber verschieden, ihre Zuflüsse auf. Nur in der Nähe der Oberschenkelvene und Achselhöhle zeigt sich mehr der Charakter der Ramification. Am Magen habe ich regelmässig Bilder erhalten, welche starke, mit einander zusammenhängende, im Caliber ziemlich gleichbleibende Venencanäle zeigten, in welche viele kleinere Venen rechtwinklig einmün- deten, so dass man an l*]ntwässerungsgräben mit einmündenden Drainage- röhren erinnert wurde, Ramificationsbilder, wie sie die Arterien nie bieten, wie sie nur bei unregelmässig wirkendem und geringem Drucke zu Stande kommen können. An dem Venennetze auf der vorderen Rumpfwand wird der l<]influss](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2170580x_0021.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)