Über die Embolie der Arteria Centralis Retinae / von R. Fischer.
- Fischer, R.
- Date:
- 1891
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Credit: Über die Embolie der Arteria Centralis Retinae / von R. Fischer. Source: Wellcome Collection.
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![berichtet wird, hoffen möchte. Die Aussichten hängen von der Beschaffen- heit des Pfropfes, von seinem Sitz und von der Dauer der Erkrankung ab. In Betreff des Sitzes ist bemerkenswert]!, dass in den vier geheilten Fällen der Embolus im Auge selbst sass und wenigstens dreimal gesehen wurde. Jedoch wird die Massage auch in den zahlreicheren Emboliefällen von Nutzen sein können, wo sich das Stromhinderniss im Stamm der Centraiarterie weiter rückwärts ausserhalb des Auges befindet; da sie hier aber weniger direct und deshalb vielleicht schwächer auf den Pfropf ein- wirkt, würden ausser ihr und zu ihrer Unterstützung, falls sie erfolglos bleibt, noch andere mechanische Maassnahmen, Eindrücken des Bulbus in die Orbita, forcirte Augenbewegungen u. s. w. (oder selbst operative Eingriffe, um den Nerv. opt. zugänglich zu machen, ähnlich wie zur Seh- nervendehnung — ?) in Frage kommen. Es giebt hoffentlich nicht zu Missverständnissen Anlass, wenn ich hier erwähne, dass nach einer münd- lichen Mittheilung bei einem Patienten mit ärztlicherseits diagnosticirter Embolie der Centraiarterie das Sehvermögen — bis zu welchem Grade? und wie lange nach der Embolie? — wiederkehrte, als er über einen Graben sprang, und dass in einem anderen Falle von erfolgreichem „Per- cutiren der Schläfengegend erzählt wird. — Eine Hauptbedingung des Erfolges besteht sodann darin, dass der Pfropf locker genug ist, um sich verkleinern und zertrümmern zu lassen. Die früheren Erörterungen be- rechtigen zu einigen wenigen Aussagen' über diesen Punkt. Günstig werden besonders die Fälle sein, in welchen beide Augen gleichzeitig von der Embolie betroffen sind. Auch bei Astembolien, die ursprünglich Em- bolien des Stammes waren, darf man vielleicht eher auf eine weiche als auf eine feste Pfropfmasse rechnen. Dasselbe gilt da, wo sich in den letzten Stunden vor der Embolie kurz hintereinander mehrmals flüchtige Erblindungen wiederholten. Dagegen gestattet das Aussehen eines Em- bolus an sich keinen Schluss auf seine Consistenz. Ein constanter Ein- fluss der Art des ursächlichen Herz- oder Grefässleidens auf die Beschaffen- heit des Embolus ist aus den Krankengeschichten ebenfalls nicht ersicht- lich, nur zuweilen angedeutet. Der Erfolg wird endlich um so geringer ausfallen, je länger die Anämie dauert; so darf man vermuthen, trotzdem dass das Abhängigkeitsverhältniss vor der Hand nicht näher zu bestimmen ist. Aber selbst unter günstigen Bedingungen braucht die Wiederher- stellung nicht eine vollkommene zu werden, da ja der Pfropf nicht immer so zerfallen wird, dass seine Bruchstücke keinen weiteren Schaden in der Ketina anrichten. In meinem Fall und in dem von Mules blieben denn auch in Folge von secundären Embolien kleinerer Arterienzweige gering- fügige Störungen zurück. Doch schon die Umwandlung einer Stamm- embolie in die eines Hauptastes wäre ein grosser Gewinn.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21285767_0258.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)