Beitrag zur Anatomie primärer Optikustumoren ... / vorgelegt von Max Thumm.
- Thumm, Max, 1883-
- Date:
- 1909
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Credit: Beitrag zur Anatomie primärer Optikustumoren ... / vorgelegt von Max Thumm. Source: Wellcome Collection.
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![zuverlegen. An einigen Stellen findet sich Trauma als Gelegen- heitsursache angegeben (Golowin [25] und Madelung [31]), wobei es sich aber wohl höchstens um ein Manifestwerden einer schon vorhandenen Geschwulstanlage handeln kann. Das wichtigste klinische Symptom des Opticustumors ist der langsam zunehmende Exophthalmus; dabei findet die Pro¬ trusion des Bulbus in der Regel in der Richtung der Orbital¬ axe, in nicht gerade seltenen Fällen mit Verlagerung nach unten aussen statt, — im Gegensatz zu der keiner bestimmten Rich¬ tung folgenden Verlagerung bei sonstigen Orbitaltumoren. Ge¬ radezu charakteristisch für den Opticustumor ist ferner das Fehlen oder der auffallend geringe Grad von Motilitätsstörungen, da die Opticusgeschwulst ihrem Charakter gemäss innerhalb des Muskeltrichters gelegen ist und nur selten einmal diesen durch¬ bricht oder gar die Orbitalwand usuriert; nur hie und da findet sich Strabismus mit Doppelbildern angegeben. Subjektiv be¬ lästigende Beschwerden (Schmerzen, Entzündungserscheinungen u. dergl.) fehlen fast stets. Dagegen nimmt für die Mehrzahl der Fälle die Sehkraft des befallenen Auges entsprechend dem Grösserwerden des Tumors langsam immer mehr ab, wenn auch die beiden Prozesse nicht immer proportional verlaufen, sodass z. B. die Sehkraft schon ganz beträchtlich abgenommen haben kann, ohne dass der Exophthalmus sehr stark in die Erschei¬ nung tritt, und dass andererseits bei schon ausgesprochenem Exophthalmus das Sehvermögen noch ein verhältnismässig gutes sein kann. Wohl fast ausnahmslos kommt es schliesslich zu Amaurose; denn das stärkere Geschwulstwachstum führt zu Neuritis resp. Stauungspapille und sekundärer Atrophie. Der Augenhintergrund nimmt häufig hypennetropische Refraktion an, seltener findet man als Ausdruck für die Mitbeteiligung der ableitenden Gefässbahnen an dem Prozesse eine Zunahme des intraokularen Druckes. Die Pupille zeigt bei Erloschensein der direkten, ein Erhaltenbleiben der konsensuellen Reaktion. — Wichtig für die Diagnose ist endlich noch der Versuch einer](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30614016_0004.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)