Beitrag zur Anatomie primärer Optikustumoren ... / vorgelegt von Max Thumm.
- Thumm, Max, 1883-
- Date:
- 1909
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Credit: Beitrag zur Anatomie primärer Optikustumoren ... / vorgelegt von Max Thumm. Source: Wellcome Collection.
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![in Delius’ Falle (17) ist Ausnahme und hat entsprechende Be¬ schränkung, wenn nicht Aufhebung der Motilität zur Folge*). Die Tension war in unsrem Fall der Regel gemäss normal. In der benützten Literatur finde ich überhaupt nur einmal Drucksteigerung: Deutschmann (12) gibt „absolutes, schmerzhaftes Glaukom“ an. Operiert wurde in unsrem Falle nach Krönlein, da die Absicht bestand, den Bulbus zu erhalten; leider ist dies aber nicht gelungen. In der Literatur der letzten Jahre finden sich noch 4 weitere Fälle aufgeführt, wo der Erfolg dieser Operationsmethode nicht der gewünschte war: Byers (42) musste wegen Rezidivs 6 Monate später die Exenteratio orbitae an- schliessen, und nach 9 Jahren starb der Patient infolge .Aus¬ breitung der Geschwulst auf die Basis cranii; in Emanüel’s (46) Fall wurde ebenfalls die Resektion der äusseren Orbitalwand gemacht, aber in derselben Sitzung die Exenteratio orbitae an¬ geschlossen, da sich zeigte, dass der Bulbus nicht zu erhalten war infolge seiner weichen Konsistenz und daher ungenügenden Abgrenzbarkeit; ebenso sah Tschistjäkow(75) sich genötigt, während der Operation die Enukleation folgen zu lassen. Im 4. Falle (Ruschhaupt [39]) war der Ausgang derselbe wie im unsrigen: die postoperative Anästhesie der Cornea infolge Ver- *) Hier wäre noch eines interessanten Falles zu gedenken, welchen Herr Professor Fleischer (77) in hiesiger Klinik beobachtet und mit der Diagnose Sehnerventumor in der Vereinigung württ. Augenärzte 1906 demonstriert hat. Es war hierbei der merkwürdige Befund einer Ein- buckelung der hinteren, oberen Bulbuswand ophthalmoskopisch zu er¬ heben. Nach freundlichst mir gegebenen Mitteilungen wurde später mit gutem Erfolg nach Krönlein operiert. Die Untersuchung ergab ein Fi¬ brom (Fibrosarkom ?) der Duralscheide, und zwar ausgegangen von der äusseren Fläche derselben, sodass der Opticus selbst und die Zwi¬ schenscheidenräume völlig frei von Tumor blieben, und die Schädigung des Nerven lediglich auf mechanische Druckwirkung zurückzuführen war. Dementsprechend war auch das Sehvermögen ein verhältnismässig gutes gebliehen. — Als extradural gelegen ist übrigens dieser Fall streng ge¬ nommen nicht mehr zu den eigentlichen Opticustumoren zu rechnen, wie Leber sie definiert hat.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30614016_0014.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)