Volume 2
Lehrbuch der Physiologie : für akademische Vorlesungen und zum Selbstudium / begründet von Rud. Wagner ; fortgeführt von Otto Funke ; neu herausgegben von A. Gruenhagen.
- Date:
- 1885-1887
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Credit: Lehrbuch der Physiologie : für akademische Vorlesungen und zum Selbstudium / begründet von Rud. Wagner ; fortgeführt von Otto Funke ; neu herausgegben von A. Gruenhagen. Source: Wellcome Collection.
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![§75. die Beziehung: zwischen den vorkoinraenden Muskelspindcln und den Gröfsen- vcrhiiltiiissen der Muskeln zuerst klar hervorgehoben hat, höchstens eine Länge von 4 cm. Biksiadeoki und HKRZif.^ beschrieben neben der spindelförmigen Zuspitzung noch andre Formen der Endigung der Fasern im Muskelinneren; sie fanden abgestufte, eingekerbte, fingerförmig geteilte Enden und auch ge- wöhnliche spitzzulaufende Fasern, welche im Verlaufe seitliche Aste mit spitzen Enden entliefsen. Jedoch kommen solche Fortsatzbildungen der Muskelfasern jedenfalls nur ausnahmsweise in der Stammesmuskulatur vor. Regelmäfsig rrirt't man sie nur in der Froschzunge, wo sich die vertikal aufsteigenden Fasern am Grunde der Papillen ungemein zierlich verästeln. Alle Fasern der Stammesmuskulatur haben ein gemeinsames optisches Merkmal, die Querstreifung, nach welcher sie benannt sind (Fig. 72a). Man l)emerkt in ihnen mit lichten Streifen alternierende dunkle, wellenföi-mig oder gerade verlaufende, parallele Querlinien, welche zum Teil ununterbrochen von einem Rande zum andren gehen, häufig aber auch, bei unverändertem Focus wenigstens, stellenweise diskontinuierlich, ja zuweilen als Querreihen diskreter dunkler Punkte mit hellen Interstitien erscheinen.- Die Deutlichkeit und Dicke dieser Streifen, sowie ihr gegenseitiger Abstand wechselt bei den Muskeln ver- i'ig- 72. schiedener Tiere, aber auch bei ver- schiedenen Muskeln desselben Tieres und selbst an einem und demselben Muskel unter verschiedenen Umständen sehr bedeutend. Neben dieser Querstreifung zeigen auch ganz frische Muskelfasern nicht selten, besonders bei gewissen Tieren (Frosch, Kaninchen), eine mehr weniger deutliche feine Längsstrei- fung, so dafs sie aus einem Bündel feiner, genau parallel verlaufender Längsfäser- chen zu bestehen scheinen. Querstreifung und Längsstreifung sind nicht immer bei derselben Einstellung des Mikroskops gleich deutHch; bei frischen Frosch- niuskeln sieht man öfters eine aufser- ordentlich scharf ausgeprägte Längs- streifung und nur bei bestimmter P]instellung hie und da eine äufserst zarte, blasse Querstreifung. Zuweilen er- zengt die regelmäfsige rechtwinkelige Kreuzung der Quer- und Längsstreifen ein zierliches Gitter und läfst die Muskelfaser aus kleinen Stückchen, welche den Maschen entsprechen, zusammengesetzt erscheinen. Mitunter können aber auch beide Arten der Stniifung gänzlich fehlen. Endlich ist noch bezüglich des mikroskopischen Bildes normaler Muskelfasern zu erwähnen, dafs in ihnen, wie zuerst Kokm.iker hervorgehoben hat, den Linien der Längsstreifen entsprechend gar nicht selten Reihen kleiner glänzender Körnchen angetroffen werden, die sogenannten inter- stitiellen Körnerreihen, über deren chemische Beschaffenheit und physio- logische Bedeutung bisher nichts Sicheres ermittelt worden ist, soviel aber mit JJesti '■'^--•-^ - . ^ ■ , „ . , _ ' gener immtheit ausgesagt werden kann, dafs sie weder aus Fett, noch aus glyko- T Substanz bestehen. Ersteres findet sich am gleichen Orte in Gestalt reihenweise angeordneter Tröpfchen nur in pathologischen Fällen in fettig degenenerten Muskeln vor. XXXni.'p^Tfß*''''*' ■ Moth -ntw. Cl. 1858. Bd. XXX. p. 73, n. n,l. Anal. ISOO^n.f. v'''''?!!*'''' ''°™'' ''• Q«'''''''''» vgl. G. SCHWAI.nK, Arch. f. ».«ro.*.,..](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21925744_0002_0015.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)