Anleitung beim Studium des Baues der Nervösen Centralorgane : im gesunden und kranken Zustande / von Heinrich Obersteiner.
- Obersteiner, Heinrich, 1847-1922.
- Date:
- 1888
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Credit: Anleitung beim Studium des Baues der Nervösen Centralorgane : im gesunden und kranken Zustande / von Heinrich Obersteiner. Source: Wellcome Collection.
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![Substanz zu sehr leidet und man mangelhafte Präparate erhält. Wohl aber ist die Gefriermethode für Tumoren anwendbar. Man muss daher zu den Härtungsflüssigkeiten greifen, und hier stehen weitaus in erster Linie die chromsauren Salze, die auch der reinen Chromsäure bedeu- tend vorzuziehen sind. Am meisten ist das doppeltchromsaure Kali in Verwendung. Frische Stücke des Centralnervei] Systems werden in eine lprocentige Lösung des Salzes gelegt; die Flüssigkeit wird in den nächsten Tagen wiederholt gewechselt, dabei aber immer verstärkt, bis zu 2—3 Procent, worin die Präparate bis zur genügenden Härtung liegen bleiben. Dieser Zeitraum, der von verschiedenen Um- ständen, z. B. von der umgebenden Temperatur (im Sommer geht die Härtung schneller vor sich) abhängig ist, beträgt 6 bis 8 Wochen; auch sind kleinere Stücke schneller durchgehärtet als grössere. Im Brütofen, bei einer Temperatur von 35 bis 45 Grad, kann man nicht zu grosse Stücke in 8 bis 14 Tagen gut schnittfähig machen. Nicht alle Theile des Centralnervensystems brauchen gleich lang. Besondere Sorgfalt erfordert die Härtung des Rückenmarkes in chromsauren Salzen. Nachdem die Präparate schnittfähig geworden sind, können sie noch einige Monate in der Chromlösimg verweilen; will man sie weiter aufbewahren, so müssen sie in eine ganz schwache (etwa Olprocentige) Lösung des Salzes übertragen werden, wo sie sich dann auch mehrere Jahre lang recht gut erhalten können. Schimmelbildung ist kein Zeichen, dass die Präparate verdorben sind; Zusatz von ein wenig Carbolsäure hindert das Auftreten von Schimmelpilzen nicht, erschwert es aber. Man kann die Härtung auch beschleunigen, indem man der Lösung von doppeltchromsaurem Kali ein wenig Chromsäurelösung zusetzt (auf 500 Gramm der ersteren etwa 20 bis 30 Tropfen einer Iprocentigen Lösung der Säure). Sind die Stücke im Chromsalze vollständig oder nahezu vollständig gehärtet, so vertragen sie allenfalls die Nachhärtung in Alkohol. Dies geschieht in der Eegel so, dass man sie zuerst mehrere Tage lang in Wasser gut auswässert, dann für die gleiche Zeit in verdünnten (50procentigen) Alkohol und zuletzt in starken (95procentigen) überträgt. Zur Vermeidung von Niederschlägen empfiehlt es sich, die Gläser während dieser Zeit an einem dunklen Orte aufzustellen (H. Virchow). Solche Präparate sind viel besser schneidbar, doch gehen nach längerem Aufenthalte in Alkohol viele Einzelheiten der Structur verloren, auch bilden sich, namentlich dadurch, dass der Alkohol das Nervenmark theilweise löst, allerlei künstlich erzeugte, oft sehr störende Flecken, Lücken u. dgl. Beabsichtigt man späterhin die Markscheiden der Nervenfasern zu färben, so hat die Auswässerung vor der Ueber- tragung in den Alkohol zu entfallen; die Präparate werden dann nur](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21211693_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)