Der Mesmerismus im deutschen Geistesleben / von Walter Artelt.
- Walter Artelt
- Date:
- 1951
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Credit: Der Mesmerismus im deutschen Geistesleben / von Walter Artelt. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Nicht nur Jean Paul magnetisierte, überall finden wir auch in diese]: Jahren Laien als Magnetiseure. Im ganzen gesehen aber tritt das fachlich medizinische gegenüber dem Laienelement jetzt stärker in Erscheinung! Die medizinische Literatur über den Mesmerismus wächst in die Breite Kurz nacheinander entstehen zwei zentrale Zeitschriften, 1817 das voi> Eschenmayer in Tübingen, Kieser in Jena und Nasse in Halle heraus gegebene «Archiv für den Thierischen Magnetismus», und 1818 die «Jahi bücher für den Lebens-Magnetismus oder neues Askläpieion», mit dene] Wolfart sein altes «Askläpieion» wieder aufnahm. Dieses SchrifttuE unterscheidet sich nicht nur durch seinen romantisch-naturphilosophische] Grundzug von der mesmeristischen Literatur der vorromantischen Zeit Man ist nicht mehr in der Defensive gegen eine weit überlegene Zahl voi Gegnern. Polemische Auseinandersetzungen, wie die «Bemerkungen übe! die Schrift eines verwegenen Finsterlings gegen den thierischen Magnetis! mus» im Eschenmayer-KiESER-NASSEschen Archiv fehlen auch jetzt nichl Aber sie treten in den Hintergrund gegenüber produktiven Beiträgen. Dai unter verstand man vor allem Krankengeschichten und Berichte über Vei suche mit Medien, die in langatmiger Breite die Veränderungen im Befinde: eines magnetisch behandelten Patienten oder einer Versuchsperson übe Wochen, Monate und selbst Jahre hin mit der umständlichen Treue eine Chronisten schildern. Dazwischen behaupten sich nur mühsam theoretisch und philosophische Artikel oder Beschreibungen einzelner praktischer Vei fahren. Dabei bilden sich immer deutlicher zwei Richtungen heraus, von dene: die eine durch den orthodoxen Mesmer-Anhänger und seinen von ihr selbst designierten Nachfolger Wolfart verkörpert wird, die andere, rt präsentiert vor allem durch Kieser, einen mehr experimentell-naturwü senschaftlichen Kurs einzuschlagen sucht. In den Rahmen dieses medizinischen Schrifttums, nicht in den der sehe nen Literatur, gehört auch Justinus Kerners so berühmt gewordene Buch Die Seherin von Prevorst. Es ist bezeichnend für das Eindringen de Medizin in die Bezirke des Geistigen im Zeichen des Mesmerismus, daß di Literaturgeschichte dieses Buch mit aller Selbstverständhehkeit als ih Objekt behandelte, und noch heute wandert es als ein längst traditionell g( wordener Irrläufer von Literaturgeschichte zu Literaturgeschichte. I Wirklichkeit hat das Buch nichts mit der schönen Literatur zu tun. E beginnt mit der Krankengeschichte von Friederike Häufle, die Kerne für Jahre als Patientin in sein Arzthaus in Weinsberg ^ufnahm. Er behar](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30633175_0010.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)