Zur Kenntnis der gliomatösen Neubildungen des Gehirns mit besonderer Berücksichtigung der ependymären Gliome / Kurt Hildebrandt.
- Hildebrandt, Kurt, 1881-1966.
- Date:
- [1906]
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Credit: Zur Kenntnis der gliomatösen Neubildungen des Gehirns mit besonderer Berücksichtigung der ependymären Gliome / Kurt Hildebrandt. Source: Wellcome Collection.
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![7. Uebergangsstellen des Tumors in normale weisse und graue Substanz sind schon beschrieben; an den folgenden Präpa¬ raten, die aus der Wand des Unterhorns stammen, ist aber das Wachstum des Tumors in den verschieden gelagerten Faser bündeln nicht ohne Interesse. Nach Gieson-Präparaten scheintj der Tumor scharf abgegrenzt auf der der Grenze parallel an geordneten Markscheidenschicht zu liegen. Zwischen den Mark-] scheiden ist die Glia vermehrt und zw'ar handelt es sich um! stäbchenförmige, den Markscheiden gleichgerichtete Kerne, ähn¬ lich wie in der Medulla oblongata. Dagegen ergeben die Pal-i Präparate, dass noch weit in den Tumor hinein zahlreiche Mark-i scheiden ausstrahlen, die zum grösseren Teil senkrecht zur Grenze fläche des Tumors stehen. Man kann sich nach diesem Bild gut vorstellen, dass die parallel geschichtete Lage dem Vor dringen des Tumors einen stärkeren Widerstand geboten hat 8. Um auch das Verhalten des Tumors zur Pia kennen zi lernen, wurden Querschnitte vom unteren Ende des Infundi bulum untersucht. Das Neoplasma ist hier wieder zellreich das Zwischengewebe schwach entwickelt, eine deutliche Struktu ist an ihm nicht wahrzunehmen. Neben der Hauptmenge vor protoplasmaarmen, ziemlich kleinen Zellen finden sich aucl etwas grössere mit mehr Protoplasma und konischen Fortsätzen charakteristische Spinnenzellen sind nicht erkennbar. Nekrotisch« Inseln sind zahlreich, Blutungen sind ebenfalls vorhanden. Di Gefässe sind reichlich vorhanden; ihre Wandungen sind starl verdickt, hyalin-degeneriert, von bläschenförmigen ovalen Zellen| kernen durchsetzt. Mehrere hyaline Gefässe sind oft in Balke vereinigt. Von der Pia ist nur ein Teil erhalten. Die Pia h verdickt. Bindegewebszüge strahlen von ihr in den Tumo| hinein und zwischen ihren Faserschichten liegen vereinzelt od( reihenweise Geschwulstzellen. Im übrigen fehlt an der Perl pherie die Pia; nirgends zeigt sich aber eine glatte Fläche, s dass man annehmen kann, es seien mit der Pia zugleich die mi ihr verwachsenen Geschwulstteile abgelöst. Durch diese Untersuchung gelange ich zu folgend( Auffassung des Falles: Es ist in der Medulla oblongatl ein hartes, faserreiches, infiltrierendes Gliom gewachsen! unter dem Ependym der Rautengrube änderte d( Tumor seine Wachstumsart und verbreitete sich alj zellreiches, weiches Gliosarkom durch die subependy|| märe Gliaschicht sämtlicher Ventrikel; von hier wuchertl er besonders in die Ventrikel hinein, teilweise i](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30609124_0012.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)