Ueber die Wirkungen der verdünnten Luft auf den Organismus : eine Experimental Untersuchung / von A. Fraenkel und J. Geppert.
- Date:
- 1883
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Credit: Ueber die Wirkungen der verdünnten Luft auf den Organismus : eine Experimental Untersuchung / von A. Fraenkel und J. Geppert. Source: Wellcome Collection.
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![nisse), seien im Stande, die Oxydationspnx-esse in erliebliclieni ]\[aai!isc zu alteriren. So vollkommen wir dem ersten Theil dieser Tliese l)ei])t1icliten, so sehr glauben wir die Ri('litig:keit des zAveiten beanstanden zu müssen. Die Anschauungen Voit's scheinen um so wunderbarer, als gerade aus seinem Labora- torium und unter seiner eigenen Leitung einige Arbeiten er- schienen sind, welche das Gegentheil beweisen. Wir erinnern u. A. an die Beeinflussung des Stoffwechsels durch Blutentziehungen, welche sich nicht nur in einer beträchtlichen Herabsetzung der Sauerstot^aufnahmc und CO^-Ausscheidung, sondern auch in einer Zunahme der Stickstortausschcidung documentirt, ganz im Einklänge mit den von uns entwickelten Anschauungen über die Folgen des Sauerstot^inangels. Es ist daher wichtig, zu sehen, auf welchem Wege Voit trotzdem zu entgegen- gesetzten Ansichten gelangt. Das Fundamentalgesetz, von welchem ausgehend er seine Dcductionen entwickelt, gipfelt darin, dass unter normalen Verhältnissen des Organismus aus- schliesslich die Gewebe selber durch ihre Thätigkeit den Ver- brauch an Sauerstoff reguliren. Dieses Gesetz, unzweifelhaft richtig, so lange das Arterienblut nahezu mit Sauer- stoff gesättigt und die Zahl seiner körperlichen Ele- mente nicht vermindert ist, verliert indess, wie das Ver- halten der Stickstoffausscheidung im Harne beweist, seine absolute Gültigkeit, sobald aus irgend welchen Ursachen der Sauerstoffgehalt des Blutes eine nennenswerthe Abnahme er- fährt. In diesem Falle nämlich sind die Gewebe auf die Dauer nicht mehr im Stande, die zur Erhaltung des normalen Stoffumsatzes, sowie ihres eigenen Bestandes nötliigen Sauer- stoffmengen aus dem Blute anzuziehen. Nach Voit allerdings verhält es sich gerade umgekehrt, indem selbst bei bedeuten- den Athmungshindernissen, nach grossen Aderlässen etc. immer noch so viel Sauerstoff da ist, wie gebraucht wird. Aber worauf stützt sich diese Annahme? Erstens auf einige Ver- suche, welche das Verhalten des Gaswechsels bei mechanischen Respirationsstörungen betreffen und bei denen keine Aenderung der COa-Ausscheidung gefunden wurde. Dieselben beweisen wenig. Denn einmal fehlt der Nachweis, dass in den unter- suchten Fällen die Compensation durch die Athmung nicht](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2199206x_0118.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)