Experimentelle Untersuchungen zur Physiologie und Pathologie der Embolie, Transfusion und Blutmenge / von P.L. Panum.
- Panum, Peter Ludwig, 1820-1885.
- Date:
- 1864
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Credit: Experimentelle Untersuchungen zur Physiologie und Pathologie der Embolie, Transfusion und Blutmenge / von P.L. Panum. Source: Wellcome Collection.
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![Als sich mir neulich die Gelegenheit darbot, die Hündin, welche die in der letzten Versuchsreihe der vorigen Abhandlung (Virchow's Archiv Bd. XXIX. Hft. 3u.4.) besprochenen jungen Hunde vor etwa einem Jahre geboren hatte, während der Geburt einer neuen Abkommenschaft zu beobachten, benutzte ich diese Gelegen- heit, um die Mengenverhältnisse und die Zusammensetzung des Blutes der Neugebornen zu untersuchen und um gleichzeitig eine Analyse des Blutes der Mutter während der Geburt vorzunehmen. Die Geburt begann Vormittags den 25. Juni 1862, da die Mutter während rriehrerer Stunden weder feste noch flüssige Nahrung zu sich genommen hatte. Nachdem sie bereits 3 Jungen geboren hatte, wartete ich den Augenblick ab, wo die folgende Frucht ausgestossen wurde. Es ging dabei das ganze Ei, von den unverletzten Häuten umgeben und mit dem Fruchtwasser prall gefüllt, auf einmal ab un(J sobald es herausgekommen war, öffnete die Mutter die Häute mit den Pfoten, so dass das Fruchtwasser abfloss und das Junge zum Vorschein kam. Pann biss sie die Nabelschnur ab, wobei kein Tropfen Blut ausfloss und verschlang die Häute mit sanimt der Placenta. Das Alles erfolgte mit einer ganz erstaun- lichen Geschwindigkeit. Das noch nasse Junge wurde dann sogleich abgetrocknet, gewogen und zur Bestimmung der Blutraenge und der Zusammensetzung des Blutes genau so behandelt, wie in der letzten Versuchsreihe meiner vorigen Abhandlung angeführt ist. Es wog 252,5 Grm. Ein zweites Junge wurde ebenso behandelt. E]s wog 236,5 Grm. Ich war ßlso sicher, dass die Jungen nach ihrer Geburt Nichts empfangen oder verloren hatten. Dann wurde der Mutter, der mittlerweile picht gestattet worden war zu trinken, aus der Jugularvene Blut entzogen, um das mütterliche Blut mit dem Blute der Neugebornen vergleichen zu können. Ausser den beiden Jungen, welche für diese Untersuchung verwandt wurden, gebar die Hündin noch 7 Junge. Diese zahlreiche Brut wuchs kräftig heran. Es wurde dafür gesorgt, dass die Mutter reichlich gefüttert wurde und dass die Jungen, so-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20420675_0283.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)