Volume 7
Darstellung und Beschreibung der Arzneigewächse, wie auch solcher Pflanzen, welche mit ihnen verwechselt werden können / von Friedrich Gottlob Hayne.
- Hayne Friedrich Gottlob, 1763-1832.
- Date:
- 1853-1856
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Credit: Darstellung und Beschreibung der Arzneigewächse, wie auch solcher Pflanzen, welche mit ihnen verwechselt werden können / von Friedrich Gottlob Hayne. Source: Wellcome Collection.
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![Die S t au bge f äfs fe. Staubfäden fünf, haarförniig,' 'länger als die eingebogenen Kronen* blätter. Die Slaubkölbchen rundlich-länglicli, zweyfächrig, citronengelb. Der Stempel. Yi&x Fruchtknoten unterständig, länglich-walzenförmig, mit dem drüsigen Griffcl- fnlse bedeckt. Griffel zwey, zurückgekrümint. Die Narben stumpf. Die Fruchthölle, Eine eyförmige, der Fuge querlaufend zusammengedrückte, gerippte, mit dem etwas flachen, gerandeten Griffelfufse und den kurzen Griffeln gekrönte, zweigehäu- sige Achene mit gerippter Fugennath. Die Gehäuse länglich - eylÖrmig, gegen die Syiilze verschmälert, Jünfrippig: die Rippen fast hautarlig, etwas wellenförmig, drey rücken- ständig, zwey randständig; Thälchen vier, gewölbt, doppeltgerückt, ninziicli, ungestriemt, die seitenstiindigcn breiter als die rückenstäncligen; Seilchen gewölbt, doppelt-gerückt, am Rande einrippig; die vertieft, in der IVlitte mit einer Längsfurche, an der Seite ge- wölbt, ungestriemt. Der Fruchtträger zweylheilig, haarförmig, an den Spitzen verdickt, ausgerandet. Der Befruchlungshoden kaum verdickt. Die Samen. Zwey, in jedem Gehäuse ein einziger, ungestriemt, länglicli-eyförmig, auf der einen Seite gewölbt, auf der andern fast flach, durch eine Längslurche vertieft. In altern Zeiten wurden von diesem Gewächse Kraut und Samen, Herba et Semen Per- fohatae als Arzneymittel gebraucht. Reyde sind geiuchlos aber von etwas herbem, zusammen- zieiu ndem Geschmacke, besonders letzterer. ‘Man hielt sie für Wundmitlel, so wie aucli das zerquetschte Kraut in Umschlägen von mehreren Ärzten gegen^ Brüche gerühmt wurde; w'obey aber freilich der Beyfügung andrer Alittel und der Bruchbänder, die, wo nicht alles, doch das meiste, thaten, nicht gedacht wird. Auch bereitete man aus dem frischen Kraule ein gekoch- tes Ohl, unter dem IN'almicn U u r c h w a c h s ö h 1 ,j Oleum Ferfoliatne ; und der Same wurde, nach der Wirtemberger Pharmacopöe, mit zu dem Fmplastrum pro herniosis genommen. ]w- k 1 ä r u n g der K u p f e r t a f o 1. Die Wurzel nüi dem untern Thtile des Stengels und der obere Tlieil des Gew'ächses, in natürlicher Gröfse. Fig. 1. Eine besondere Dolde mit der besonderen Hülle im blühenden Zustande, in natürlicher Gröfse. 2. Dieselbe im verblüheten Zustande, etwas vergröfsert. .3. Eine Blume seitwärts und 4. von oben betrachtet, vergröfsert. 3. Eine Blume, von welcher die Kronenblätter und Staubgefäfse weggenommen sind, vergröfsert. 6. Die noch nicht aufgesprungene zweygehäusige Achene in natürlicher Gröfse. 7. Dieselbe vergröfsert, so wie auch 8. ein Gehäuse von der Rückseite und 0. der Fugenseite gesehen, und sowolil 10. der auch 11. der Länge nach durchschnitten.; gerecluiet werden miifs. 3} Die Fruchtliijlle der Doldengewäclise (^Fructus Hoff?n.') ist nach Itichard eine Hellene, ylcheniutn, die ich bey diesen Gewiiehsen z w ey g eli ä u s 1 g flicoccurn nenne, well sie die gröfste ühnlichheit mit der echten zwey-, drey-, vier- und f ii 11 fgeh ii u s 1 g e n Kapsel, Capnthi dl- tri- tetra- et pentacocca hat. 4) Die Gehäuse, Cocculi, {Semina Hoffm.), die Leyden einzelnen Thelle der Achene, von denen jeder einen Samen enthält, und die von einem Fruclitträger getiagen werden, der hey Faiicus und jdpiutn als einfaclies Säulchen erscheint, wodurch hier die zweygehäusige Achene der zweygehäuslgen Kapsel bey Ulercurtalis ähnlich wird. 5) Die Fugennah t, Sutura commissuralls (^Jlhoplte lloffm.')^ bezeichnet flurseihalb Ci) die Fuge Commissura, oder diejenige Fläche der heyden Gehäuse, mit svelclier diese vor dem Anfspiingen der Frnchthlille znsammengefiigt sind. 7) Die Rippen Costne HnJ'j'm. kann nicht blei- ben, indem man damit Blättchen- oder Fiederp.iare bezeichnet), fi) Ule Rippchen, Costulae {Costae Unj'j'm.'): daher gerippt, costatus, und feingerippt, cosculatus, 9) Die Streifen, Striai’, feine Ripp- chen: daher gestreift, strlatus. lo) Die Thälchen, VaUeciüac, die Fläche zwischen den Rippen, n) Die Striemen, die Oehlhehälter, welche aufseihalh öfters als erhabene Längsstreifen erscheinen, und da- her Ähnlichkeit mit den Striemen haben, welche der Hieb einer Peitsche hervorbiliigt. I2) Die Seitchen, Batusenid, der Thell an heyden Selten vom Rücken jedes Gehäuses bis zur Fuge. 13) Der Fr u c h t t r ä g e r, Carpophortiin (Spermapodiam Iloffm.J, der horstenforniige, gesvöhnlich zweytheilige oder zweysp^ltlge, sel- ten ungetheilte Theil, welcher die heyden Gehäuse tragt. 14) Der R ef r u c h t u n gs b o d e n, HccepCaculum (Sperriapodophorum Iloffm.j, ist hier durchaus nicht von andern Vorkommenarten, wie z. B. hey der Kir- sche, verschieden. 13) gerückt, dorsatus, d o p p el t g e r ü c k t, hldorsntus fcarlnatus, btcarinatus oder auch costatus IloJ'J'in., z. R. Juga costataj, nämlich der Tlieil, der mit einer oder mehreren zugerundeten Kanten, Rückchen, Dorsula, begabt ist.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21705112_0004_0008.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)